College-Skandal: Star-Coach dementiert

Basketball-Coach Rick Pitino wurde in Louisville entlassen

Basketball-Coach Rick Pitino hat sich das erste Mal nach seiner Entlassung in Louisville zu seiner Verwicklung in den Bestechungsskandal im College Basketball geäußert.

In einem Interview mit dem Courier-Journal sagte er, dass er sein Haus in Louisville verkaufe und sich erst einmal zurückziehe. Zudem wies er die Vorwürfe gegen ihn zurück. Er habe "damit nichts zu tun".

Pitino vermutlich "Coach-2" in der Anklage

Pitino wird in der Anklageschrift zwar nicht explizit erwähnt, ist aber laut ABC News der erwähnte "Coach-2". Dieser soll dafür gesorgt haben, dass 100.000 Dollar an den Vater des Schülers Brian Bowen flossen, da er ihn sich in seinem Team wünschte.

Laut Ermittlungsdokumenten hat Pitino vor der Verpflichtung von Bowen mehrfach mit Adidas-Manager Jim Gatto gesprochen haben, der am Donnerstag festgenommen wurde. Pitino behauptet allerdings, in den Gesprächen sei es um den Sponsorendeal für einen ehemaligen Schüler gegangen.

Pitino will gegen Entlassung vorgehen

Der 65-Jährige wurde am Mittwoch zusammen mit Sportdirektor Tom Jurich gefeuert. Laut seinem Vertrag muss Pitino aber zehn Tage vorher über seine Entlassung informiert werden. Pitinos Anwalt Steve Pence will deswegen gegen die Kündigung vorgehen.

"Es liegt nun in den Händen meines Anwalts", sagte Pitino. "Ich gehe nach Miami. Ich liebe die Jungs und ich hoffe, sie gewinnen die Meisterschaft."

Der 65-Jährige ist einer der erfolgreichsten Trainer im College Basketball in den USA und hat mit 770 Siegen in über 1000 Spielen eine außergewöhnliche Bilanz vorzuweisen.

Als einziger Trainer führte er zwei unterschiedliche Teams zum Meistertitel: 1996 die Kentucky Wildcats, 2013 die Louisville Cardinals, mit denen er in 16 Jahren Amtszeit insgesamt drei Mal im Final Four stand.

Bei den New York Knicks (1987-1989) und den Boston Celtics (1997-2001) stand er auch schon in der NBA als Head Coach in der Verantwortung.