Coinbase erwartet noch mehr Probleme

In 3 Sätzen:

  • Coinbase hatte ein hartes Quartal.

  • Die ersten Kennzahlen deuten auf weitere Probleme im nächsten Quartal hin.

  • Glücklicherweise verfügt Coinbase über eine solide Bilanz.

Coinbase Global (WKN: A2QP7J), die Plattform für den Handel von Kryptowährungen, hatte in den letzten zwölf Monaten eine harte Zeit. Einst mehr als 80 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung wert, hat das Fintech mehr als 80 % seines Wertes verloren.

Erschwerend kam hinzu, dass das Unternehmen am 10. Mai 2022 seine Ergebnisse für das erste Quartal 2022 bekannt gab, die die Erwartungen der Wall Street nicht erfüllten. Und trotz seiner jüngsten Probleme gibt es gute Gründe, weitere Herausforderungen zu erwarten.

Schlimme Zahlen

Coinbase war ein Nutznießer der Pandemie. Als die globale Wirtschaft zusammenbrach, kauften die Menschen, die nur wenige Möglichkeiten hatten, ihr Geld auszugeben, schließlich digitale Vermögenswerte über die Plattform von Coinbase.

Da die Kunden Coinbase für jede Krypto-Transaktion eine Gebühr zahlen mussten, erzielte das Fintech in den letzten zwei Jahren ein monströses Wachstum – der Umsatz stieg von weniger als 200 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2020 auf 2,5 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal 2021. Ebenso stieg der Nettogewinn um mehr als das 26-Fache von 32 Mio. auf 840 Mio. US-Dollar. 

Aber da Coinbase von einer Zunahme der Handelsaktivitäten profitierte, bekam es Probleme, als das Handelsvolumen sank. Und das war im ersten Quartal 2022 der Fall. Eine Kombination aus niedrigeren Kryptopreisen und geringerer Volatilität hat für Probleme gesorgt. Infolgedessen sank der Nettoumsatz im Jahresvergleich um 27 % auf 1,2 Mrd. US-Dollar, und der Nettogewinn drehte sich von 771 Mio. US-Dollar auf minus 430 Mio. US-Dollar. Während der Umsatz um 27 % sank, haben sich die Betriebskosten in diesem Quartal mehr als verdoppelt, was zu einem Nettoverlust führte.

Düstere kurzfristige Aussichten

Das erste Quartal 2022 mag hässlich aussehen, aber das zweite Quartal könnte furchtbar sein. Laut den April-Metriken von Coinbase ist die Krypto-Marktkapitalisierung im Vergleich zu Ende März um 18 % gesunken, während die Asset-Volatilität im Vergleich zum Durchschnitt des ersten Quartals 2022 um 14 % gesunken ist.

Kurz gesagt, das Tech-Unternehmen erwartet ein geringeres Handelsvolumen (und einen geringeren Umsatz) im zweiten Quartal (im Vergleich zum ersten Quartal). Für das Gesamtjahr 2022 strebt es ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von minus 500 Mio. US-Dollar an. Zum Vergleich: In den Jahren 2020 und 2021 lag das EBITDA bei 527 Mio. bzw. 4,1 Mrd. US-Dollar.

Mit anderen Worten: Das schwache Ergebnis des ersten Quartals wird sich wahrscheinlich auf den Rest des Jahres auswirken. Und angesichts des anhaltend turbulenten externen Umfelds fällt es den Anlegern schwer, die Aussichten des Unternehmens optimistisch zu beurteilen.

Positiv zu vermerken ist, dass das Technologieunternehmen nicht untätig bleibt und auf einen Umschwung im externen Umfeld hofft. Es investiert intern stark, um von einer eventuellen Trendwende im Krypto-Preiszyklus zu profitieren. So wurden beispielsweise 1.200 Mitarbeiter eingestellt, Cardano in das Staking-Angebot aufgenommen und der Coinbase NFT-Marktplatz eingeführt.

Kurz gesagt, Coinbase positioniert sich selbst, um trotz dieser kurzfristigen Herausforderungen auf lange Sicht stärker hervorzugehen.

Licht am Ende des Tunnels

Krypto hat in letzter Zeit dank der breiten Akzeptanz von Kryptowährungen – Bitcoin und Ethereum – und anderen Technologien wie Tokenisierung und DeFi den Mainstream erreicht. Da immer mehr Leute und Ressourcen in die Branche kommen, scheint es hier quasi zwangsweise weitergehen zu müssen.

Während die langfristige Perspektive vielversprechend ist, könnte es erst mal wechselhaft weitergehen, wie die jüngsten Ergebnisse von Coinbase zeigen. Glücklicherweise verfügt das junge Unternehmen über eine solide Bilanz, um die kurzfristige Volatilität zu überstehen. Es verfügt über 6,1 Mrd. US-Dollar an Barmitteln und Barmitteläquivalenten und damit über genügend Ressourcen, um in die Produktentwicklung und die neuesten Infrastrukturen zu investieren, um seine Führungsposition in dieser Branche zu behaupten.

Wenn man die für 2022 prognostizierte Cash-Burn-Rate von 500 Mio. US-Dollar zugrunde legt, würde es mehr als zehn Jahre dauern, bis Coinbase seinen Bargeldvorrat aufgebraucht hat. Für mich ist das eine ziemlich gute Sicherheitsmarge. Dennoch sollten Anleger die Burn-Rate genau beobachten. Jeder wesentliche Anstieg wäre ein Warnsignal.

Der Artikel Coinbase erwartet noch mehr Probleme ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Lawrence Nga besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Anteile von Bitcoin, Coinbase Global, Inc. und Ethereum. Dieser Artikel erschien am 14.5.2022 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2022

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