Kann Coca-Cola 2018 wieder zulegen?

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Der Aktienkurs der Coca Cola Company (WKN:850663) war im Jahr 2017 der Inbegriff von Unentschiedenheit.

Coca Cola Daten via YCharts

Nach einem guten Jahresauftakt flachte Coca-Cola dann in der zweiten Jahreshälfte 2017 einfach ab. Es ist merkwürdig, dass die Aktie die letzten sechs Monate einfach bei etwa 45,50 Dollar pro Stück geblieben ist, vor allem, da ein starker Aktienmarkt selbst mittelmäßige Unternehmen Woche um Woche auf neue Höchststände zu heben schien.

Natürlich sind die Investoren derzeit nicht ganz eindeutig gegenüber Coca-Cola. Sie sind beunruhigt, dass das Unternehmen zu viele kohlensäurige Erfrischungsgetränke im Markenportfolio hat. Sie wollen unbedingt, dass das Unternehmen schnell ein bedeutendes Umsatzwachstum verzeichnet, indem es das Getränkeangebot an den aktuellen Geschmack und die Präferenzen der Zutaten anpasst.

Darüber hinaus prüfen die Investoren noch immer die langfristigen Auswirkungen der massiven Bemühungen von Coca-Cola, die Abfüllbetriebe wieder für Franchisenehmer zu öffnen. Gut, denn Ende 2017 konnten alle Abfüllbetriebe in den USA verkauft werden.

Gute Anzeichen

Es schadet nie, die Finanzberichte eines Unternehmens nach Hinweisen zu durchforsten. Einige Hinweise, was für Coca-Cola auf uns zukommen könnte, finden sich in der Bilanz des Unternehmens. Da Coca-Cola seine Abfüllaktivitäten veräußert hat, hat Coca-Cola die Franchiserechte der Abfüller und andere immaterielle Vermögenswerte, die mit diesen Aktivitäten verbunden sind, aus dem Anlagenbuch entfernt.

Während der Buchwert durch den Verkauf von Abfüllanlagen gesunken ist, hat sich der tatsächliche Buchwert sich in Wirklichkeit aber erhöht – eine positive Entwicklung für die Aktionäre.

KO Buchwert via YCharts

Zwischen Jahresende 2014 und dem dritten Quartal 2017 reduzierte Coca-Cola seine gesamten immateriellen Vermögenswerte (einschließlich Goodwill) von 26,4 Milliarden Dollar auf 16,5 Milliarden Dollar. In der gleichen Zeit hat man die Investitionen in Aktien von 9,9 Milliarden Dollar auf 21,6 Milliarden Dollar erhöht.

Eine Möglichkeit, sich das vorzustellen, ist, dass Coca-Cola in seiner Bilanz rund 10 Milliarden Dollar aus immateriellen Vermögenswerten, wie Marken und Abfüllrechten, in Investitionen in Marken investiert hat, die von Cokes Beteiligung an Monster Beverage Company bis hin zu seiner jüngsten bemerkenswerten Übernahme von Topo Chico Mineralwasser reichen.

Weiter auf traditionelle Stärken setzen

Während das Refranchising den materiellen Buchwert erhöht hat, können sich die Aktionäre immer noch darüber ärgern, dass die traditionellen Stärken des Unternehmens verschwinden könnten. Coca-Cola, das seit langem für seinen hervorragenden Cashflow geschätzt wird, hat seine Aktionäre mit einer hohen Dividende (derzeit 3,2 %) und attraktiven Aktienrückkäufen im Laufe der Jahre belohnt.

Die Befürchtungen, dass sich die Auswirkungen einer geringeren Kapitalbindung auf die Liquidität auswirken könnten, sind wahrscheinlich unbegründet. Es zeichnet sich ab, dass die Organisation auch in Zukunft einen starken operativen Cashflow erwirtschaften wird. Während der Umsatz in den ersten drei berichteten Quartalen 2017 aufgrund von Refranchising um 14 % zurückgegangen ist, ist die Cashflow-Produktivität gleich geblieben.

Das Unternehmen erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 einen operativen Cash Flow von 5,9 Milliarden Dollar, ausgehend von einem Umsatz von 27,9 Milliarden Dollar. Im Vergleich dazu wurde ein operativer Cashflow von 6,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet, während im Vergleichszeitraum ein Umsatz von 32,5 Milliarden Dollar erzielt wurde.

Mit anderen Worten, Coca-Cola wandelte in den ersten drei Quartalen 2017 21,1 Cent von jedem Umsatz-Dollar in operative Cash um, gegenüber 20,6 Cent pro Umsatz-Dollar im Vergleichszeitraum 2016. Coca-Cola ist nach wie vor eine der zuverlässigsten Cash Cows unter den globalen multinationalen Konzernen.

Ergebnisverbesserung steht unmittelbar bevor

Die schlankere Aufstellung von Coca-Cola und die Konzentration auf die Vermarktung einer breiteren Palette von Getränken zeigen erste Fortschritte. Im letzten Quartal des Unternehmens stieg der organische Umsatz um 4 %, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem flachen Wachstum der letzten Quartale darstellt. Zudem verbesserte sich die operative Marge um 400 Basispunkte (rund 4 Prozentpunkte).

Coca-Cola geht davon aus, dass man in Zukunft ein wesentlich profitableres Unternehmen sein wird. Das Unternehmen verspricht, dass der Übergang aus der Abfüllung bis 2020 zu einer jährlichen Betriebsgewinnmarge von 35 % führen wird. Das sind 12 Prozentpunkte mehr als die derzeitige Rentabilität.

Es ist sinnvoll, diese bevorstehende Margenverbesserung nicht nur im Zusammenhang mit der Diversifizierung des Portfolios, sondern auch mit den neuen Zutaten der Produkte zu sehen. Zu den bemerkenswerten Beispielen für die 2017 neu zusammengesetzten Erfrischungsgetränke gehörten die äußerst erfolgreiche Einführung von Coke Zero Sugar und der weltweite Relaunch der meistverkauften Softdrink-Marke Fanta, die sich sowohl durch eine neue Rezeptur als auch durch eine Reduzierung des Zuckerzusatzes auszeichnet. Innerhalb weniger Jahre könnte Coca-Cola damit beginnen, mehr Absätze dank neuer Rezepturen zu sehen.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Monster Beverage.

Dieser Artikel wurde von Asit Sharma auf Englisch verfasst und erschien am 4.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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