Wie CM Punk alle Freunde bei WWE verprellte

Martin Hoffmann
CM Punk verlor bei UFC 225 klar gegen Mike Jackson

Zweimal versuchte er sich als echter Kämpfer bei der UFC, zweimal scheiterte er krachend.

Für CM Punk, den ehemaligen WWE-Topstar, gibt es nach der Pleite gegen Mike Jackson keine Zukunft mehr bei der weltgrößten MMA-Liga.  Was bei Wrestling-Fans schnell zu einem üblichen Reflex führte: der Frage, ob es für den 39-Jährigen nun ein Comeback bei WWE geben könnte.

Die Antwort liegt dabei eigentlich auf der Hand: Es wird keines geben, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Zu vergiftet ist die Beziehung nach Punks spektakulärem Abgang 2014 (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

Punk selbst hat eine Rückkehr ausgeschlossen, und er meint es ernst. Wie ernst, wurde kurz nach Punks UFC-Pleite noch einmal deutlich - als ein langjähriger Freund und Kollege aufs Bitterste mit ihm abrechnete.


WWE-Kommentator rechnet mit CM Punk ab

"Vielleicht war es doch nicht die richtige Entscheidung, alle im Stich zu lassen, die an deiner Seite standen, auch dann, wenn sie es nicht gesollt hätten - nur damit du uns den Rücken zuwendet?", twitterte WWE-Kommentator Corey Graves - und ergänzte: "Keine Wut, nur Traurigkeit."


Der 34 Jahre alte Graves, der noch mit zahlreichen Wortmeldungen nachlegte, stellte klar, dass es nicht Punks Bruch mit WWE ist, den er kritisiert - sondern der mit denen, die dort seine Freunde waren.

"Ich bin einfach verletzt und angepisst, dass ein Mann, den ich als eine Art großen Bruder sah, sich von mir und allen, die ihn geliebt und unterstützt haben, abgewandt hat. Nur wegen des Firmennamens auf meinem Gehaltsschecks", schob Graves bei Fightful nach.


Jeder Kontakt abgebrochen

Tatsächlich hat Punk nach übereinstimmenden Medienberichten den Kontakt zu allen früheren WWE-Kollegen abgebrochen, die noch bei der Liga aktiv sind.

Dem Wrestling Observer zufolge hielt Punk nach seinem Abgang nur noch wenige Freundschaften aufrecht, unter anderem die zu Graves. Als WWE-Arzt Chris Amann Punk dann wegen übler Nachrede verklagte - Punk gewann den Prozess vergangene Woche - habe Punk alle Bande gekappt. Seine Freundin AJ Lee verließ WWE zu diesem Zeitpunkt.

Graves berichtet, dass Punk ihm die kalte Schulter gezeigt hätte, als er sich nach einer WWE-Show in Punks Heimatstadt Chicago mit ihm verabredet hätte. Punk hätte gesagt, dass er kein Interesse mehr am Kontakt mit WWE-Angestellten hätte.

Dem Observer zufolge gehen die Ex-Kollegen unterschiedlich damit um: Die einen seien sauer, andere hätten Verständnis - auch vor dem Hintergrund, dass Punk durch den Prozess in einer schwierigen Situation gewesen sei und womöglich gefürchtet hätte, dass Plaudereien mit alten Kollegen zu seinem Nachteil hätten werden können.

Freundschaft zu Corey Graves war eng

Ex-Wrestler Graves - der schon 2002 als "Sterling James Keenan" mit Punk in der Independent-Szene zusammen im Ring stand - fehlt dieses Verständnis.

Graves sei "on the road" gewesen, als sein eigener Sohn zur Welt gekommen sei und Punk habe ihn vor ihm im Arm gehalten, Punk hätte also eine enge Freundschaft gekündigt.

"Die oberste Regel des Punkrock ist Loyalität und dieser Typ hat alle betrogen", twitterte Graves: "Ich liebe dich immer noch, Freund und es tut mir leid, dass du verloren gegangen bist."