Clemens Tönnies lobt Schalke-Trainer Domenico Tedesco: "Der wichtigste Mann im Verein"

Der Coach der Schalker rechnet nicht damit, dass die Bayern dauerhaft gefährdet werden können. Für die Champions League hat er drei Wunschgegner.

Clemens Tönnies hat Schalke-Trainer Domenico Tedesco gelobt. Der 32-Jährige sei "der wichtigste Mann im Verein" und ein "überragender Kommunikator", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende im Interview mit der ARD Sportschau.

"Wir haben mit Domenico den idealen Typ gefunden", meinte Tönnies, Tedesco habe seine Position "in diesem komplexen Verein" gefunden. "Domenico verkörpert alles: akribisches Arbeiten, Fleiß und die Gabe, die Menschen mitzunehmen", erklärte Tönnies.

Unter der Leitung des Deutsch-Italieners habe sich das Spiel der Knappen "insgesamt unheimlich entwickelt". Den zuletzt laut gewordenen Kritikern, der Spielstil der Schalker sei unattraktiv, entgegnete Tönnies: "Uns vorzuwerfen, keinen schönen Fußball zu spielen, lasse ich nicht gelten. Wir spielen erfolgreichen Fußball."

Schalkes taktische Ausrichtung richte sich lediglich nach den Spielweisen der Gegner. "Wenn der Beton angerührt wird, und das machen leider viele Bundesliga-Klubs mittlerweile, muss man dem gerecht werden", sagte Tönnies.

Tönnies über die Dominanz des FC Bayern: "Nächsten Jahre sind gebongt"

Erfolgreich ist Schalkes Fußball allemal. Vor dem Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER) steht Schalke mit zwei Punkten Vorsprung auf den Rivalen Borussia Dortmund auf Platz zwei der Bundesliga. Es wäre das beste Saisonergebnis seit 2009/10.

Diese Konstellation sei zwar schön, erklärte Tönnies, "aber das beeinflusst unsere Ausrichtung und Strategie nicht". Trotz der starken Spielzeit ist der Rückstand auf den deutschen Meister FC Bayern München beträchtlich. Ein Umstand, der laut Tönnies vorerst bestehen bleiben wird: "Festzementieren kann man das nicht, aber so wie die Bayern jetzt ausgerichtet sind, sind die nächsten Jahre gebongt. Ob das der Liga oder auch den Bayern guttut, sei dahingestellt."

Tönnies über die Abgänge von Meyer und Goretzka

Im Sommer verlassen die beiden Leistungsträger Max Meyer und Leon Goretzka Schalke ablösefrei. "Wenn es früher nur der große Wettbewerber im Süden, Bayern München, war, der uns die Spieler wegnahm, ist es heute das europäische Umfeld, das mit Riesen-Summen um sich wirft, um die Spieler und auch die Trainer abzuziehen", sagte Tönnies.

Dem Ruf des Geldes könne Schalke auch in Zukunft nicht beikommen. "Wir versuchen unsere Spieler emotional aufzuladen. Das ist uns in der Vergangenheit immer gelungen", erklärte Tönnies. Zum Rosenkrieg zwischen Schalke und Meyer wollte sich Tönnies nach den Stellungnahmen von Sportvorstand Christian Heidel, Meyer-Berater Roger Wittmann und des Vereins nicht mehr äußern.