CIA-Psychologe verteidigt Folterpraktiken nach Anschlägen vom 11. September 2001

Ein vom US-Geheimdienst CIA angeheuerter Psychologe hat bei einer Gerichtsanhörung die Foltermethoden gegen Terrorverdächtige nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verteidigt. "Ich würde es heute wieder tun", sagte James Mitchell vor dem Militärtribunal des US-Gefangenenlagers Guantanamo, wie die Zeitung "New York Times" am Mittwoch berichtete. Nach den Anschlägen mit rund 3000 Toten habe die US-Regierung weitere Attacken befürchtet.

"Ich war der Ansicht, dass meine moralische Pflicht, das Leben von Amerikanern zu schützen, schwerer wiegt als die Gefühle und Unannehmlichkeiten von Terroristen, die freiwillig in den Kampf gegen uns gezogen sind." Mitchell, der als einer der Architekten der Folter-Verhörmethoden nach dem 11. September gilt, gab vor Gericht an, selbst beim sogenannten Waterboarding teilgenommen zu haben. Dabei wird ein Ertrinken der Gefangenen simuliert.

Bei der Gerichtsanhörung in Guantanamo ging es um einen künftigen Prozess gegen fünf mutmaßliche Planer der Anschläge auf das New Yorker World Trade Center und weitere Ziele in den USA. Die Verdächtigen waren in geheimen CIA-Gefängnissen mit Mitchells Verhörmethoden gefoltert worden, bevor sie nach Guantanamo gebracht wurden. Das erschwert einen Prozess, weil unter Folter gemachte Angaben in den USA als ungültig betrachtet werden.

Unter den Angeklagten ist mit Chaled Scheich Mohammed auch der mutmaßliche Chefplaner der Anschläge. Zu den Angeklagten gehört auch Ramsi Binalshibh. Er hatte in der sogenannten Hamburger Terrorzelle mit Mohammed Atta zusammen gewohnt, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September.

Der Prozess soll in einem Jahr beginnen. Den Angeklagten droht die Todesstrafe.