Christoph Sieber: "Es gibt überhaupt keinen Konsens mehr"

teleschau
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Fünf Jahre lang war Christoph Sieber fester Bestandteil des Dienstagabends im ZDF. 2020 hieß es dann zum letzten Mal: "Mann, Sieber!" (Bild: WDR / Melanie Grande)
Fünf Jahre lang war Christoph Sieber fester Bestandteil des Dienstagabends im ZDF. 2020 hieß es dann zum letzten Mal: "Mann, Sieber!" (Bild: WDR / Melanie Grande)

Nachdem das ZDF seine Kabarettsendung "Mann, Sieber!" im letzten Jahr überraschend einstellte, tritt Christoph Sieber im Februar die Nachfolge von Jürgen Becker als Gastgeber der "Mitternachtsspitzen" an. Warum er sich besonderes jetzt mehr Humor im TV wünscht, verriet Sieber nun in einem Interview.

Fünf Jahre lang bereicherte der Satiriker Christoph Sieber (51) gemeinsam mit seinem Kollegen Tobias Mann den Dienstagabend im ZDF mit dem Late-Night-Programm "Mann, Sieber!". Nachdem im Dezember 2020 die letzte Folge der Kabarettsendung ausgestrahlt wurde, tritt Sieber als neuer Gastgeber der ältesten Kabarettsendung im deutschen Fernsehen, den "Mitternachtsspitzen", in die Fußstapfen von Fernsehlegende Jürgen Becker (61).

Pünktlich zu seinem Einstand im WDR am Samstag, 6. Februar, 21.45 Uhr, erklärte Christoph Sieber nun im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau, wieso der Humor besonders in diesen Zeiten nicht zu kurz kommen darf. "Es bräuchte gerade jetzt viel mehr Satire und Kabarett im Programm. Die Menschen sehnen sich in Zeiten dieser Pandemie nach der augenzwinkernden Einordnung politischer Geschehnisse", erklärte der 51-Jährige.

2018 erhielten Christoph Sieber (links) und sein Kollege Tobias Mann für ihre Late-Night-Show "Mann, Sieber!" den Deutschen Comedypreis in der Kategorie "Beste Satire-Show". (Bild: 2018 Getty Images/Michael Gottschalk)
2018 erhielten Christoph Sieber (links) und sein Kollege Tobias Mann für ihre Late-Night-Show "Mann, Sieber!" den Deutschen Comedypreis in der Kategorie "Beste Satire-Show". (Bild: 2018 Getty Images/Michael Gottschalk)

"Natürlich will ich eine Reaktion haben"

Dabei könne man aber nicht alle glücklich machen, wie Sieber betonte: "Es gibt keinen Humorkonsens. Es gibt überhaupt keinen Konsens mehr auf gesellschaftlicher Ebene. Auf der anderen Seite ist der Konsens nicht gerade das, was ich als Satiriker suche."

Stattdessen setzt der Kabarettist duchaus auch auf Provokation. "Mein Ziel ist das Gegenteil: in das Wespennest hineinzustechen und zu schauen, was passiert. Also: Natürlich will ich eine Reaktion haben, so verstehe ich meinen Job", so Sieber im Interview. Auf der anderen Seite sei ihm aber auch bewusst, dass die Reaktionen online zunehmend verletzend werden: "Da hört der Spaß natürlich auf."

Ab 6. Februar tritt Christoph Sieber das Erbe von Fernsehlegende Jürgen Becker an. Dann steht er als neuer Gastgeber der "Mitternachtsspitzen" vor der Kamera.  (Bild: WDR / Melanie Grande)
Ab 6. Februar tritt Christoph Sieber das Erbe von Fernsehlegende Jürgen Becker an. Dann steht er als neuer Gastgeber der "Mitternachtsspitzen" vor der Kamera. (Bild: WDR / Melanie Grande)