Christliche Pilger kommen in Bethlehem für Weihnachtsfeiern zusammen

Palästinensischer Dudelsackspieler in Bethlehem

In Bethlehem sind Christen aus aller Welt am Sonntag für die alljährlichen Weihnachtsfeiern zusammengekommen. Der Andrang auf dem Manger-Platz vor der Geburtskirche war angesichts der gewaltsamen Proteste in den Palästinensergebieten gegen die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump aber vergleichsweise gering. Nur einige dutzend Palästinenser und Touristen versammelten sich vor der Geburtskirche, in der am Abend eine Mitternachtsmesse gefeiert wird.

Aus Lautsprechern erklangen Weihnachtslieder, palästinensische Pfadfinder spielten vor einem riesigen Weihnachtsbaum Dudelsack. Die Stimmung war aber gedrückt. Die Christin Nahil Banura aus Beit Sahur im Westjordanland sagte, es sei "traurig", dass die Spannungen nach Trumps Entscheidung viele Palästinenser und Pilger abgeschreckt hätten. "Die Leute gehen kaum noch nach draußen."

Trump hatte am 6. Dezember entschieden, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Seine Entscheidung hatte in Bethlehem und anderen Städten im israelisch besetzten Westjordanland und im Gazastreifen teils gewaltsame Proteste ausgelöst.

In den vergangenen Tagen hatte bereits Erzbischof Pierbattista Pizzaballa beklagt, die Spannungen in Jerusalem und den Palästinensergebieten hätten "die Aufmerksamkeit von Weihnachten abgelenkt". Nach Angaben des Apostolischen Administrators des Jerusalemer Patriarchats haben seit dem 6. Dezember "dutzende" Touristengruppen ihre Pilgerfahrten ins Heilige Land aufgrund der Sicherheitslage abgesagt.

Das israelische Tourismusministerium erklärte dagegen, die Sicherheitslage beeinträchtige die Weihnachtsfeiern nicht. Um Pilgern die Reise von Jerusalem nach Bethlehem zu erleichtern, richtete das Ministerium einen kostenlosen Shuttle-Service ein. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden zudem zusätzliche Polizeikräfte nach Jerusalem und an die Übergänge nach Bethlehem geschickt, um den Zugang für die "tausenden Touristen und Besucher" zu erleichtern.