Christian Siriano: Spektakuläre Jubiläumsshow bei New York Fashion Week

Glamourös und elegant: Die Jubiläumskollektion von Christian Siriano. (Bild: Getty Images)

Prominente Models, beeindruckende Designs und jede Menge Vielfalt: Christian Siriano feierte sein zehnjähriges Modebusiness-Jubiläum auf dem Catwalk.

Eigentlich müsste Steven Kolb, der Vorsitzende des Council of Fashion Designers of America, Christian Siriano persönlich danken. Der Designer, der am 10. Februar seine Jubiläumskollektion präsentierte, brachte nämlich Leben in eine Liste von größtenteils guten, aber generell wenig einprägsamen Kollektionen bei der diesjährigen New York Fashion Week.

Man kann an der NYFW in ihrer aktuellen Form leicht das Interesse verlieren. Mehrere Designer sind in andere Städte abgezogen, es gibt Turbulenzen in der Industrie und der existenzielle Schrecken dessen ist erschöpfend – ein Gefühl, das nicht beschwichtigt wird, wenn normalerweise verlässliche Designer enttäuschende Kollektionen veröffentlichen. Sirianos Show in der Grand Lodge in New York City jedoch nahm sich der amerikanischen Aristokratie in einer Art an, die das Beste aus der Vergangenheit mit den vielversprechendsten Elementen der Zukunft verschmolz.

Model Ashley Graham eröffnete die Siriano-Show. (Bild: Getty Images)

Das Casting etwa setzte einen Standard für Vielfalt und Inklusion – etwas, wofür man Siriano eine Vorreiterrolle zuschreiben kann. Zusätzlich zu den Größten und Dünnsten verschiedener Hautfarben hat Siriano Stars wie Plus-Size-Model Ashley Graham (die die Show eröffnete) und das gender-nonkonforme Model Avie Acosta sowie Danielle Brooks von „Orange Is The New Black“ und Schauspielerin Selma Blair gecastet, die beide Applaus für ihre außerordentlich starken Walks bekamen.

Apropos Promis: Siriano ist es gewohnt, dass die erste Reihe voller Stars ist, die sich darüber unterhalten, wie sehr sie ihn als Designer und Person schätzen. In dieser Saison jubelte Laverne Cox ihrer Kollegin Brooks zu, während Meg Ryan mit Molly Shannon quatschte. Whoopi Goldberg, deren Fashion Week-Auftritte in dieser Saison ein Vergnügen waren, saß ebenfalls in der ersten Reihe.

Auch „Orange Is The New Black“-Darstellerin Danielle Brooks versuchte sich als Model. (Bild: Getty Images)

Für all diese Stars präsentierte Siriano eine außerordentliche Kollektion. Laut den Shownotizen inspiriert von britischer Kunst des 18. Jahrhunderts, drehte sich alles um die Königswürde: Plüschmäntel in Juwelen-Tönen, schwerer Samt, Jacquard-Anzüge, Federhüte und –stirnbänder sowie opulente kristallene Kolliers auf Abendkleidern brachten den Reichtum der europäischen Aristokratie in ein modernes Amerika, dem die Eleganz fehlt.

Es gab natürlich die vollen, kurvigen Silhouetten, für die Siriano bekannt ist und in denen er brilliert. Das wäre an sich schon ein Statement gewesen, aber um sicher zu gehen, hat Siriano auch Rollkragenoberteile eingebunden, die theoretisch unpassend in dieser Kollektion wirken würden. Letztendlich unterstrich diese Ergänzung jedoch eine unabweisbare, starke Message: Christian Siriano hat seine Position an der Spitze des amerikanischen Design-Adels verfestigt.

Das gender-nonkonforme Model Avie Acosta lief bereits 2017 für Siriano. (Bild: Getty Images)

Whoopi Goldberg erzählte über ihre Liebe zu Siriano: „Ich habe alles davon geliebt. [Siriano] ist einer meiner Lieblingsmenschen und ich habe das Gefühl, dass die Fashion Week sich in die ‚People’s Week’ verwandelt. Es gibt so viele Körpertypen, die mich glücklich gemacht haben.“

Während eine Königsfamilie vielleicht keinen Platz in der amerikanischen Demokratie hat, bietet der neue Modekönig auch einen symbolischen Wert: Die Menschen können zu Siriano aufschauen und das Beste von sich selbst sehen.