Chip-Aktien: 2017 war ein Bombenjahr – 2018 dürfte schwieriger werden

Benedikt Kaufmann
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Laut den Marktforschern von Gartner war 2017 ein Bombenjahr für die Chip-Industrie – zahlreiche Aktien aus dem Sektor zählten zu den Top-Performern. Im Ranking hat Samsung Intel als größten Hersteller überholt. 2018 könnte sich der langfristige Trend jedoch umdrehen.

Die weltweiten Halbleiter-Umsätze stiegen laut Gartner im vergangenen Jahr um 22,2 Prozent auf 420 Milliarden Dollar. Insbesondere Speicherchips, deren Umsätze aufgrund eines knappen Angebots um 64 Prozent anzogen, sorgten für rasantes Wachstum.

Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass nicht mehr Chip-Gigant Intel die Nummer Eins am Markt ist, sondern von Samsung als umsatzstärkster Player abgelöst wurde. „Das aktuelle Ranking ist jedoch sprichwörtlich auf Sand gebaut.“, betonte Gartner-Vize Andrew Norwood. „Die Preise für Speicherchips werden sich 2018 wieder anpassen, erst für NAND und 2019 für DRAM wenn China seine Produktionskapazitäten hochfährt. Dann sollte Samsung einen Großteil seiner Umsatzzuwächse wieder verlieren.“

Entsprechend schwächer sind die Wachstumsaussichten der Marktforscher für 2018. Dann sollen die weltweiten Chip-Umsätze nur noch vier Prozent wachsen. Auch die Analysten von Morgan Stanley erwarten laut einer Studie aus dem November schwächere Speicherpreise für 2018, welche sich negativ auf die Aktienkurse auswirken dürften.

Long fürs erste Halbjahr

Dass die Preise fallen, wird sich kaum vermeiden lassen, da nicht nur chinesische sondern auch westliche Hersteller ihre Kapazitäten ausbauen. Der Großteil der neuen Anlagen dürfte jedoch erst im zweiten Halbjahr 2018 die Produktion starten. Bis dahin drohen den Chip-Aktien keine zyklischen Kursverluste. Zudem dürften Firmen mit wenig Speicher-Geschäft wie Intel, Qualcomm, Broadcom und Texas Instruments auch darüber hinaus attraktiv bleiben.