CHIO Aachen: Deutschland gewinnt Nationenpreis

Marcus Ehning qualifizierte sich mit Pret a Tout für das Einzelfinale

Deutschlands "Spitzenreiter" haben beim CHIO in Aachen zum zweiten Mal in Folge den Nationenpreis gewonnen.

Der dreimalige Weltcupsieger Marcus Ehning mit Pret a Tout, Debütant Maurice Tebbel mit Chacco's Son, Geburtstagskind Philipp Weishaupt mit Convall und Marco Kutscher mit Clenur setzten sich in zwei Umläufen gegen die gemeinsam zweitplatzierten Teams aus der Schweiz und den USA durch.

"Ich hatte die ganzen Tage schon so ein gutes Gefühl", sagte Bundestrainer Otto Becker dem WDR: "Jetzt genießen wir erstmal diesen Sieg, und morgen haben wir dann ja schon wieder den nächsten Wettbewerb."

Am Freitag steht der Preis von NRW als letzte Qualifikation für den abschließenden Großen Preis von Aachen auf dem Programm. 

EM-Ticket wohl gesichert

Bereits nach dem ersten Umlauf hatte Deutschland gleichauf mit der Schweiz und Belgien fehlerfrei in Führung gelegen.

Ehning, Tebbel und Weishaupt waren null gegangen, Kutscher hatte das Streichresultat geliefert. Bei Ehning, Tebbel und Weishaupt stand auch im zweiten Umlauf die Null, sie dürften damit ihr Ticket für die EM Ende August in Göteborg in der Tasche haben.

Wenige Stunden zuvor hatten die deutschen Dressurreiter mit Isabell Werth und Weihegold in Bestform die Führung im Nationenpreis übernommen. Die sechsmalige Olympiasiegerin und ihr pechschwarzes Paradepferd gewannen den Grand Prix zum Auftakt der Fünf-Sterne-Tour vor der Weltcupzweiten Laura Graves (USA) mit Verdades und Mannschafts-Olympiasieger Sönke Rothenberger mit Cosmo. 

Leichte Selbstkritik

"Zwischendurch war Weihegold besser als ich", sagte Werth nach ihrem Ritt, der von den Zuschauern mit Standing Ovations belohnt wurde: "Nach dieser langen Pause seit dem Weltcupfinale Anfang April hat sie sich toll präsentiert. Die Pirouette hat sie sogar gerettet, da war ich zu früh dran." Super sei es gelaufen, sagte auch Bundestrainerin Monica Theodorescu: "So soll Dressur sein."

Die Entscheidung in dem Wettbewerb fällt im Grand Prix Special am Samstag. In der abschließenden Kür am Sonntag geht es dann um den Großen Preis von Aachen in der Einzelwertung. Ebenso wie Werth waren aus der Gold-Equipe von Rio auch Rothenberger und Dorothee Schneider zufrieden mit ihren Darbietungen, sahen aber durchaus kleine Ansätze zur Kritik.

"Das Pferd war in Topform, der Reiter leider unkonzentriert", sagte Rothenberger, der "einen Galoppsprung zu viel" zuließ und "auch bei der Rückwärtsausrichtung" Luft nach oben sah: "Das darf nicht passieren, wenn man 80 Punkte haben will." 

Rothenberger erwischt schwachen Tag

Als Rothenberger und am Ende Werth ins Viereck gingen, war der Tag für Hubertus Schmidt längst gelaufen. Am Ende standen für den 57-Jährigen und seinen Hengst Imperio äußerst mäßige 71,371 Prozentpunkte, der 15. Platz und die Erkenntnis, dass er seinen Platz im EM-Team für Göteborg wohl schon verspielt hat.

Erste Anwärterin auf diesen vierten Platz neben Werth, Rothenberger und Schneider ist nun wohl Helen Langehanenberg. Die Mannschafts-Olympiazweite von London 2012 hatte in der Vier-Sterne-Prüfung am Mittwoch sogar die vermeintlich unschlagbare Isabell Werth mit Emilio besiegt und ist im Sattel ihres Hannoveraner Hengstes Damsey wieder auf dem Weg zu alter Stärke.