Chinesischer Sonderbeauftragter trifft Kim-Berater in Nordkorea

Chinesich-nordkoreanische Beratungen vom Freitag

Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit Nordkorea hat ein chinesischer Sonderbeauftragter in Pjöngjang einen Berater des Machthabers Kim Jong Un getroffen. Wie beide Seiten am Samstag mitteilten, erfolgte der Besuch von Song Tao auf Geheiß von Chinas Staatschef Xi Jinping. Vordergründig ging es darum, die nordkoreanische Führung über den jüngsten Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas zu unterrichten und um andere "Themen beiderseitigen Interesses".

In einem Bericht der chinesischen KP über das Treffen zwischen Song und Choe Ryong Hae wurden nordkoreanische Tests mit Atomwaffen und Mittelstreckenraketen nicht erwähnt. Die Rede war von der Notwendigkeit, die "Beziehungen zwischen den beiden Parteien und Ländern zu fördern und den beiden Völkern zugute kommen zu lassen".

Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, Song habe seinen Gastgebern gesagt, dass Peking die "traditionell freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Parteien und Ländern ausbauen" wolle.

US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche während seines China-Besuchs Pekings Entscheidung, einen Sonderbeauftragten nach Pjöngjang zu entsenden, als "großen Schritt" begrüßt. Zugleich erklärte er, die Zeit zur Beilegung der Atomkrise laufe "schnell" ab.

Trump hatte Nordkorea bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September mit der "vollständigen Zerstörung" gedroht, sollte es im Streit um seine Atomwaffen- und Raketentests nicht einlenken.

Washington wünscht, dass China, das 90 Prozent von Nordkoreas Außenhandel ausmacht, mehr wirtschaftlichen Druck auf die Demokratische Volksrepublik ausübt. Experten erwarten allerdings keinen Durchbruch von Songs Besuch in Nordkorea. Sie verweisen darauf, dass Pekings politischer Einfluss auf Pjöngjang weniger groß ist als häufig gedacht.