Chinesischer Großaktionär stellt sich hinter Deutsche-Bank-Führung

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der größte Aktionär der Deutschen Bank hat dem in die Kritik geratenen Management den Rücken gestärkt. Die Bankführung habe sein absolutes Vertrauen, erklärte der Vertreter des chinesischen Mischkonzerns HNA im Aufsichtsrat, Alexander Schütz. "Alle Vorstände machen einen sehr engagierten Job."

Der Frage nach einer Verlängerung des 2020 auslaufenden Vertrags für Bankchef John Cryan wich Schütz allerdings aus: "Das steht derzeit nicht zur Debatte", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). "John Cryan ist ein sehr intelligenter Manager, der in der Phase, in der sich die Bank gerade befindet, genau der richtige Mann ist."

Zwischenzeitlich hatten sich die Stimmen von Investorenseite gemehrt, die ein zu langsames Vorankommen beim Umbau der Deutschen Bank bemängelten. Die Aktie der Deutschen Bank hat mit rund 6 Prozent im laufenden Jahr nicht einmal halb so stark zugelegt wie der Leitindex Dax.

"HNA ist sehr zufrieden mit der Entwicklung der Aktie", sagte Schütz und beteuerte, die Chinesen seien "langfristig interessiert an der Deutschen Bank". Er widersprach damit Vermutungen, HNA sehe die Deutsche Bank nur als Spekulationsobjekt. "Die Deutsche Bank ist ein Kerninvestment für HNA, die Beteiligung hat einen hohen Prestigefaktor." HNA hält nach letztem Stand über den österreichischen Vermögensverwalter C-Quadrat knapp unter 10 Prozent der Anteile und ist damit der größte Anteilseigner des Instituts.

Die Spekulationsvermutung war wegen Absicherungsgeschäften gegen Kursverluste aufgekommen. Schütz sprach von einem "Missverständnis", weil die erste Derivatestruktur nur eine Laufzeit von einem Jahr gehabt habe. "Nun wurde die Finanzierung überarbeitet. Die neue Struktur hat nun eine Laufzeit von drei Jahren." Die in einigen Monaten auslaufende Tranche werde nach derzeitigen Planungen verlängert.