Chinesischer Dissident Liu erhält medizinische Hilfe aus dem Ausland

Liu Xiaobo mit seiner Frau im Oktober 2002

Der an Leberkrebs erkrankte chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erhält medizinische Hilfe aus dem Ausland. Auf Bitten seiner Familie seien führende Experten aus den USA, Deutschland und anderen Ländern eingeladen worden, den 61-Jährigen zu behandeln, teilten die Behörden in Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning am Mittwoch wenige Stunden vor dem Deutschlandbesuch des chinesischen Staatschef Xi Jinping mit.

Liu war kürzlich wegen seiner schweren Erkrankung aus dem Gefängnis entlassen worden und in das Universitätskrankenhaus in Shenyang überstellt worden. Menschenrechtsaktivisten und mehrere westliche Länder wie die USA forderten die chinesische Regierung daraufhin auf, dem Dissidenten eine Behandlung im Ausland zu ermöglichen.

Liu war 2009 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde der Schriftsteller und Menschenrechtler in Abwesenheit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seine Ehefrau Liu Xia steht seit 2010 unter Hausarrest.

Chinas Staatschef Xi wird am Mittwoch in Berlin erwartet. Zunächst wird er von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier in Schloss Bellevue empfangen. Im Anschluss trifft er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Treffen dient unter anderem der Vorbereitung des G20-Gipfels in Hamburg, an dem Xi ab Freitag teilnimmt.