Chinesische Wanda-Gruppe verkauft Dutzende Hotels für rund acht Milliarden Euro

Wanda-Eigentümer Wang Jianlin

Nach spektakulären Einkaufstouren im Ausland stehen die Zeichen beim chinesischen Mischkonzern Wanda jetzt auf Verkauf: Für umgerechnet 8,1 Milliarden Euro veräußert die Wanda-Gruppe 76 Apartmenthotels sowie Anteile an 13 anderen Tourismus- und Kulturprojekten an den chinesischen Immobilienkonzern Sunac, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg handelt es sich um die größte Immobilientransaktion in der Geschichte Chinas. Einziges Ziel des Milliardendeals: Schulden tilgen. Der Verkauf ermögliche eine "starke Verringerung" der Schulden des Immobiliengeschäfts von Wanda, sagte Eigentümer Wang Jianlin, einer der reichsten Männer Chinas, dem Finanzmagazin "Caixin". Ende Juni hatte Wanda eingeräumt, dass die chinesische Bankenaufsicht wegen möglicher riskanter Kredite an den Mischkonzern ermittelt.

Die Zukäufe von Wanda und anderen Konzernen insbesondere in Europa und den USA gingen in den vergangenen Jahren quer durch alle möglichen Branchen von der Filmindustrie bis hin zum Fußball. So gehören die US-Kinokette AMC und das Hollywood-Studie Legendary zu Wanda; auch einen 20-Prozent-Anteil an Real Madrid kaufte der chinesische Konzern.

Inzwischen aber bremst Peking die umfangreichen Kapitalabflüsse ins Ausland. Im Dezember warnte die Regierung vor "irrationalen Tendenzen bei Auslandsinvestitionen."