Chinesische Rentnerinnen-Gang treibt mit Terrormethoden Schulden ein

Ein chinesisches Gericht hat eine Gruppe älterer Damen wegen krimineller Machenschaften zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Rentnerinnen-Gang hatte im Auftrag von Inkasso-Unternehmen und eines Bauträgers mit fragwürdigen Methoden Schulden eingetrieben oder Mieter aus ihren Wohnungen vertrieben. Wie die staatliche Zeitung "Pekinger Nachrichten" am Dienstag berichtete, terrorisierten sie ihre Opfer solange mit Lautsprecherdurchsagen oder bespuckten sie, bis diese einlenkten.

Einigen besonders hartnäckigen weiblichen Opfern rissen die Ruheständlerinnen demnach die Kleider vom Leib, bei Männern zerrissen sie ihre eigenen Kleider und warfen ihnen sexuelle Übergriffe vor, um ihr Ziel schließlich doch noch zu erreichen. Die Gang bestand aus rund 30 Frauen um die Fünfzig, die sich beim Tanzen in den Parks der Stadt Shangqiu kennengelernt hatten. Für ihre kriminellen Dienste erhielten sie 200 Yuan (25 Euro) am Tag sowie kostenlose Mahlzeiten.

Eine der Anführerinnen, Gao Yun, bezeichnete ihre Auftragsarbeit als "amüsanten" Zeitvertreib. Sie hätten sich mit den Opfern lediglich einen "Krieg der Worte" geliefert und niemals auf Gewalt zurückgegriffen, verteidigte sich die blinde Seniorin. Das Gericht sah das etwas anders: Wegen Teilnahme und Führung einer kriminellen Vereinigung sowie provokanten Verhaltens verurteilte es 14 Mitglieder der Gang zu Haftstrafen von bis zu elf Jahren.