Chinesische Notenbank hält Leitzinsen überraschend stabil

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PEKING (dpa-AFX) - Die chinesische Notenbank hat trotz aktueller Konjunktursorgen überraschend ihre Geldpolitik bestätigt. Die Zinsen, an denen die heimischen Banken ihre Kreditvergabe ausrichten sollen, bleiben unverändert. Der Referenzzinssatz für einjährige Bankkredite verharre bei 3,70 Prozent, teilte die chinesische Notenbank am Mittwoch in Peking mit. Der entsprechende Zins für fünfjährige Kredit beträgt weiterhin 4,60 Prozent. Experten hatten damit gerechnet, dass beide Zinssätze leicht auf 3,65 beziehungsweise 4,55 Prozent reduziert werden, um die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft zu stützen.

Die genannten Zinssätze ("Loan Prime Rate", LPR) ergeben sich aus der Geldpolitik der chinesischen Notenbank. In der Corona-Krise war der Referenzzinssatz mehrfach gesenkt worden. Zuletzt war er im Januar dieses Jahres gefallen. Die LPR ist Bestandteil einer größeren Reform des Zinssystems, die China im Jahr 2019 vorgenommen hatte.

Nach einem starken Start ins Jahr verlor Chinas Wirtschaft deutlich an Schwung. Die Lockdowns und andere Einschränkungen durch die strikte Null-Covid-Strategie bremsen die zweitgrößte Volkswirtschaft so spürbar ab, dass Konjunkturmaßnahmen erforderlich werden könnten.

Der Spielraum für weitere Lockerungen der chinesischen Geldpolitik ist aber Experten zufolge begrenzt. Die US-Notenbank Fed hat bereits einen neuen Zinserhöhungszyklus begonnen, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Dies hat die Sorge geweckt, dass Kapital aus China in die USA abfließt und damit die chinesische Währung Yuan geschwächt wird. Begrenzt werden die Möglichkeiten der Notenbank auch durch die erhebliche Verschuldung vieler öffentlicher Unternehmen und der Provinzregierungen.

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