Chinesische Modelagentur weist Verantwortung für Tod von 14-Jähriger zurück

14-jähriges Model in China arbeitete auf Fashion Week

Nach dem Tod eines 14-jährigen Models in China hat dessen Modelagentur Vorwürfe zurückgewiesen, die Jugendliche sei an Überarbeitung gestorben. Während ihres zweimonatigen China-Aufenthalts habe die Russin Wlada Dsjuba in der Regel nicht länger als acht Stunden am Tag gearbeitet, sagte der Chef der Agentur Esee, Zheng Yi, der staatlichen Zeitung "Global Times" am Sonntag. Im Laufe ihrer 16 Jobs habe sie zudem regulär Pausen eingelegt.

Die 14-Jährige war am Freitag in einem Krankenhaus in Shanghai an multiplem Organversagen gestorben. Am Dienstag - eine knappe Woche nach der Fashion Week in Shanghai - hatte sie erstmals über Schwindel geklagt. Danach verschlimmerte sich ihr Zustand rapide.

Die Zeitung "The Siberian Times" schrieb, das Model sei an einer durch Erschöpfung verschlimmerte Hirnhautentzündung nach der "zermürbenden" Modenschau in Shanghai gestorben. Die "Global Times" zitierte einen Vertreter der Fashion Week, laut dem in dem Fall ermittelt wird. Das Blatt berief sich außerdem auf einen Krankenbericht, demzufolge die Jugendliche an einer Art Blutvergiftung litt.

Dsjubas Agentur Esee schrieb auf Weibo, dem chinesischen Pendant zum Kurzbotschaftendienst Twitter, sie bedaure, "einen Engel" verloren zu haben. Esee verwies darauf, dass Dsjuba erst sechs Tage nach der Shanghaier Modewoche krank geworden sei.

Nach der Fashion Week reiste Dsjuba für einen Fototermin nach Yiwu, eine Stadt im Süden von Shanghai. Als das Model sich zunehmend unwohl fühlte, kehrte sie nach Shanghai zurück. Am Mittwoch musste die 14-Jährige zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Weil sich ihr Zustand weiter verschlechterte, wurde Dsjuba am nächsten Tag auf die Intensivstation verlegt. Dort starb sie am Freitag ohne ihre Familie, die es nicht rechtzeitig nach China geschafft hatte.

Das russische Model hatte sich laut Esee nie wegen Überarbeitung beschwert. "Wir wünschen uns, dass sie im Himmel keine Schmerzen hat", erklärte Zheng. "Wir wollen allen die Wahrheit sagen, (...) vor allem dem russischen Volk, das eine seiner schönsten Töchter verloren hat."

Vorwürfe, dass das Mädchen zu wenig verdient habe, wies die Agentur entschieden zurück. Die Esee-Chefagentin Carrie Fang bestritt Berichte, nach denen Dsjuba nur acht Dollar (rund sieben Euro) pro Tag bekam. Genaue Angaben zum Gehalt der 14-Jährigen machte die Agentur nicht.

Die junge Russin habe ihre Zeit in China sehr genossen, erzählte Fang, die während der Pressekonferenz mit den Tränen kämpfte. "Sie war ein mitteilungsbedürftiges Mädchen, sie hat gerne gegessen, vor allem Pommes, wie das bei einem Teenager sein soll", sagte sie. Nach Angaben der Agentur hatten Dsjuba und ihre russische Modelagentur mit Esee einen Vertrag über drei Monate abgeschlossen.

In China dürfen auch Jugendliche, die jünger als 16 Jahre alt sind, in bestimmten Branchen eingestellt werden, wenn sie eine offizielle Erlaubnis haben. Viele westliche Models in China kommen aus der ehemaligen Sowjetunion und wollen dort in der harten Modebranche Karriere machen.

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