Chinas Xi Jinping wird zum Herrscher auf Lebenszeit – was das für uns bedeutet

Josh Groeneveld
Xi Jinping: Er könnte über Jahrzehnte an der Macht bleiben.

Xi Jinping ist ein sanfter Diktator.

Wenn der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas spricht, dann mit einer festen und ruhigen Stimme. Jede Bewegung des 64-Jährigen ist effizient zurückhaltend. Fast jeden Blick begleitet ein überlegenes Lächeln. 

Es ist das Auftreten eines Mannes, der sich seines Ranges und seiner Rolle bewusst ist: Pinyin Xi Jinping ist kein geringerer als der mächtigste Mann der Welt

Chinas Präsident wurde am Sonntag von 3000 Abgeordneten auf dem Volkskongress seiner Partei zum Herrscher auf Lebenszeit gewählt.

► Es ist der Höhepunkt eines fünfjährigen Machtkampfes innerhalb der chinesischen Regierungselite – und ein dramatischer Moment in der Weltgeschichte. 

Denn China steht vor einem drastischen Wandel. Schafft es Xi, diesen zu meistern, wird seine lebenslange Herrschaft die Welt grundlegend verändern. Still, leise – und mit weitreichenden Folgen für uns alle. 

China unter Xi: Zwischen Auf- und Zusammenbruch

Alles dreht sich dabei um die chinesische Wirtschaft. Sie steht auf tönernen Füßen: Der Erfolg des Landes ist auf Schulden gebaut. Die Staatsverschuldung lag im vergangenen Jahr bei 47,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

An sich kein außergewöhnlicher Wert. Zum Vergleich: Im krisengeschüttelten Griechenland liegt sie bei 180 Prozent des BIP. In Japan ist sie noch höher.

Doch dramatisch wird die Situation, wenn man die Schulden des privaten Sektors – also von Haushalten und Unternehmen – mit einbezieht. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert, dass Chinas Schulden bis 2022 über 300 Prozent des Bruttoinlandproduktes betragen werden. Das wäre negativer Weltrekord. Aktuell sind es rund 260 Prozent.

Daraus könnte eine Krise entstehen, die Chinas Wirtschaft in die Knie zwingt. 

Besonders für die chinesischen Bürger ist die Lage schon jetzt katastrophal.

Laut aktuellen Berechnungen der “Financial Times”, steigen ihre Löhne seit Jahren kaum an –...

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