Fahnen-Eklat beim Regionalliga-Debüt von Chinas U20

Debüt in der Regionalliga und gleich der erste Eklat. 

Das Auftaktspiel der chinesischen U20-Nationalmannschaft gegen TSV Schott Mainz ist nach einem Zwischenfall auf der Tribüne unterbrochen worden. 

Zuschauer hatten tibetische Fahnen ausgerollt. Ein Affront gegen das chinesische Team. Der politische Hintergrund: China hat Tibet 1951 besetzt. Der völkerrechtliche Status Tibets ist umstritten.


Chinas U20 weigerte sich weiterzuspielen. Da die Zuschauer die Flaggen zunächst nicht einrollen wollten, wurde das Freundschaftsspiel für eine halbe Stunde unterbrochen.

Erst als die Aktivisten die Flaggen von sich aus verstauten, konnte die Partie wieder angepfiffen werden. Die Mannschaften waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Kabinentrakt verschwunden. Mainz siegte schließlich vor 400 Besuchern mit 3:0 (2:0).


Die Regionalliga-Partie war deshalb als Freundschaftsspiel angesetzt worden, weil das chinesische Team außer Konkurrenz antritt.

Beim DFB sah man die Aktion mit gemischten Gefühlen. "Wir wollen natürlich gute Gastgeber sein, insofern sind wir nicht glücklich über diese Vorkommnisse", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann laut kicker nach dem Spiel, betonte aber auch: "Wir hatten im Vorfeld unsere Ansprechpartner auf chinesischer Seite immer wieder darauf hingewiesen, dass die Spiele im Rahmen der in Deutschland geltenden freien Meinungsäußerung stattfinden. Wir sind der Meinung, dass dazu auch das Aufhängen einer solchen Flagge im Stadion gehört."

Drei Teams machen nicht mit

Zuvor hatte es Aufregung um die Starterlaubnis des Teams gegeben. Die Stuttgarter Kickers, TuS Koblenz und Waldhof Mannheim - deren Fans teilweise sogar mit einem Boykott und der Rückgabe ihrer Dauerkarten drohten - haben sich geweigert gegen die Mannschaft anzutreten. 

Nicht alle Beobachter der Szene stehen dem Pilotprojekt kritisch gegenüber. In der Facebook-Gruppe "China U20 Ultras Südwest" fanden sich fast 13.000 Menschen zusammen, die das chinesische Team auf ironische Weise unterstützen. Seit Monaten werden Flyer verteilt mit der Aufschrift: "You'll never WOK alone."

15.000 Euro erhalten alle Regionalligaklubs für ihre Bereitschaft, sich an ihrem spielfreien Tag der Olympia-Auswahl aus Fernost als Sparringspartner zur Verfügung zu stellen. Eingefädelt hatte das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Rahmen der auf Jahre ausgelegten Kooperation mit dem chinesischen Verband.

Bis zum Beginn der Winterpause (10. Dezember) kommen noch der FSV Frankfurt, Hoffenheim II und Wormatia Worms in den Genuss der Spiele.

Gegner der chinesischen U20 im Überblick:

18. November, 14 Uhr: TSV Schott Mainz

25. November, 14 Uhr: FSV Frankfurt

1. Dezember, 18 Uhr: TSG Hoffenheim II

9. Dezember, 14 Uhr: Wormatia Worms

10. Februar, 14 Uhr: TSV Steinbach

17. Februar, 14 Uhr: FC-Astoria Walldorf

24. Februar, 14 Uhr: SSV Ulm 1846

10. März, 14 Uhr: KSV Hessen Kassel

17. März, 14 Uhr: Eintracht Stadtallendorf

24. März, 14 Uhr: SV Elversberg

31. März, 14 Uhr: SV Röchling Völklingen

7. April, 14 Uhr: 1. FC Saarbrücken

14. April, 14 Uhr: SC Freiburg II

21. April, 14 Uhr:VfB Stuttgart II

5. Mai, 14 Uhr - Kickers Offenbach

12. Mai, 14 Uhr - 1. FSV Mainz 05 II