China will bis 2040 ein Nuklearshuttle bauen

Felix Knoke
Two BeiDou-3 satellites via a single carrier rocket take off at the Xichang Satellite Launch Center, Sichuan province, China November 5, 2017. Picture taken November 5, 2017. REUTERS/Stringer ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. CHINA OUT.

Die China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) ist der größte Auftragnehmer des chinesischen Weltraumprogramms. Diese Woche, berichtet GB Times, hat das Unternehmen eine ambitionierten Plan für Chinas Weltraumambitionen bis ins Jahr 2040 und darüber hinaus veröffentlicht.

Alles beginnt mit dem Ausbau der Trägerraketenfamilie Langer Marsch, die seit 1979 im Einsatz ist. Ab 2020 soll die günstige Langer Marsch 8 die Konkurrenzfähigkeit auf dem internationalen Markt für Trägerdienste gewährleisten.

Ab 2025 soll ein Weltraum-Gleiter vor allem Touristen in den Weltraum und wieder zurück bringen.

Laut Plan werde 2030 das erste Mal eine Langer Marsch 9 abheben, eine Schwerlastrakete für den Transport von über 100 Tonnen Nutzlast in einen erdnahen Orbit. Zum Vergleich: Die SpaceXs Falcon Heavy (fliegt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres zum ersten mal) schafft auf demselben Weg nur 70 Tonnen.

Bis 2035 sollen alle Langer-Marsch-Raketen wiederverwendbar sein.

Bis 2040 will CASC dann ganz neue Trägerraketen einführen. Mit ihnen sollen "mehrere interstellare Reisen" und "der Abbau von Weltraumressourcen durch Asteroiden-Mining und die Konstruktion von Megaprojekten wie Solaranlagen im Weltraum" möglich werden.

Leider gibt es zum ebenfalls für 2040 geplanten Nuklearshuttle keine weiteren Informationen (in den 60ern dachten die Amerikaner über Nuklearraketen nach und experimentierten sogar schon mit Antrieben. Dabei wurde flüssiger Wasserstoff in einen Kernreaktor eingespeist und mit ordentlich Druck wieder ausgestoßen -> Impuls. Der Wikipedia-Eintrag - auf Englisch - ist proppevoll mit spannenden Informationen.

Ab 2045 könnte China dann Welt-Weltraumführer sein, so Lu Yu von CASC.

CASCS Pläne, die über Langer Marsch hinaus gehen, müssen mit Vorsicht genossen werden - genau so, wie alle anderen, zum Beispiel von der NASA oder privatwirtschaftlichen Weltraumfirmen hergestellten Zukunftsskizzen wenig wert sind, bis sie tatsächlich eintreffen. Ein bisschen mehr oder weniger Budget hier oder da und alle Pläne sind durcheinander).

Vielmehr muss man so einen Fahrplan als Signal verstehen: China meint es schon immer ernst mit der Raumfahrt, aber jetzt halt noch ernster. Nicht nur wolle man nächstes Jahr die dunkle Seite des Mondes erforschen und bis 2036 einen Menschen zum Mond bringen. Sollte jetzt ein zweites Weltraumzeitalter anbrechen, dann wird es jedenfalls nicht all zu einsam im Weltall.

GB Times