China verbietet US-Konzern Micron Verkauf von Produkten


Inmitten des Handelsstreits mit den USA hat ein chinesisches Gericht dem amerikanischen Halbleiterhersteller Micron offenbar den Verkauf von 26 Chip-Produkten in der Volksrepublik untersagt. Grund für die einstweilige Verfügung sei eine Patenrechtsverletzung, wie das konkurrierende taiwanische Unternehmen United Microelectronics (UMC) mitteilte.

Micron, das seit längerem von der starken Nachfrage nach seinen Chips profitiert, wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Zunächst will das Unternehmen die Unterlagen des chinesischen Gerichts überprüfen. Micron-Aktien fielen am Dienstag im US-Handel um bis zu acht Prozent. Papiere von UMC stiegen im frühen Handel am Mittwoch um mehr als drei Prozent.

Die beiden Chiphersteller streiten seit längerem. Im Dezember reichte Micron im US-Bundesstaat Kalifornien eine Zivilklage ein, in der UMC die Verletzung geistigen Eigentums vorgeworfen wird. UMC konterte mit einer Klage in China.

China und die Vereinigten Staaten legen Firmen aus dem jeweils anderen Land immer wieder Steine in den Weg: Neben UMC haben auch Huawei und ZTE Probleme in Amerika.

Beide chinesischen Konzerne sehen sich Drohungen der US-Regierung gegenüber, von amerikanischen Zulieferern und potenziellen Kunden abgeschnitten zu werden. Erst am Montag begründete das Weiße Haus zudem die Blockierung des Marktzutritts für den weltgrößten Mobilfunker China Mobile mit Bedenken für die nationale Sicherheit der USA.


In China wiederum wartet der US-Chiphersteller Qualcomm weiterhin auf grünes Licht von den dortigen Wettbewerbshütern, um die Übernahme des Konkurrenten NXP abschließen zu können.

Für ZTE gab es zuletzt jedoch positive Nachrichten aus den USA: Der angeschlagene Technologiekonzern darf dringend benötigte Geschäfte zur Aufrechterhaltung bestehender Netze und Geräte in den USA tätigen. Die Genehmigung gelte vorerst bis zum 1. August, geht aus einer Entscheidung des Handelsministeriums hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag (Ortszeit) einsehen konnte. Weder das Unternehmen noch das Ministerium wollten sich dazu auf Nachfrage äußern.

Die USA hatten im April Strafmaßnahmen gegen ZTE verhängt, weil das Unternehmen gegen Iran- und Nordkorea-Sanktionen verstoßen haben soll. US-Zulieferern wie Qualcomm und Intel wurde für sieben Jahre verboten, Bauteile oder Software an ZTE zu verkaufen. Das Unternehmen musste daraufhin seinen Betrieb einstellen. ZTE hatte die Maßnahmen als inakzeptabel und existenzbedrohend kritisiert.

Der Hersteller von Netzwerkausrüstungen hatte sich kürzlich mit der US-Regierung unter zahlreichen Auflagen auf ein Stopp des Lieferverbots verständigt. Die Einigung mit den USA vom 8. Juni sieht vor, dass ZTE seinen Verwaltungsrat und sein Management innerhalb von 30 Tagen neu besetzt und eine Strafe in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlt. Zudem müssen die Chinesen 400 Millionen Dollar als Sicherheit hinterlegen und einen von den USA eingesetzten Koordinator akzeptieren.