Trump dämpft Hoffnung auf Durchbruch in Handelsgesprächen mit China

Containerverladung in Qingdao

Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnen sich weiter schwierige Verhandlungen ab. Während China in einer Geste des Entgegenkommens am Freitag ankündigte, von Strafzöllen auf importierte Hirse aus den USA abzusehen, dämpfte US-Präsident Donald Trump die Erwartungen. China sei "sehr verwöhnt", kritisierte er.

Er neige dazu zu bezweifeln, dass ein Abkommen erreicht werden könne, sagte Trump am Donnerstag in Washington am ersten Tag von erneuten Spitzengesprächen zur Beilegung des Konflikts. Der Grund dafür sei, dass China "sehr verwöhnt ist, weil sie immer 100 Prozent von dem bekommen haben, was sie von den Vereinigten Staaten wollten".

Harsche Kritik äußerte Trump an der Politik seiner Vorgängerregierungen. "Wir sind von China abgezockt worden", sagte Trump und kritisierte ein beispielloses Abfließen von Wohlstand in ein Land, "das sich zu einem großen Teil mit Geld wiederaufgebaut hat, das aus den Vereinigten Staaten genommen wurde". Der Handel sei eine "totale Einbahnstraße" geworden, er habe Chinas Präsident Xi Jinping erklärt, "dass wir das nicht mehr tun können".

Der US-Präsident beklagt immer wieder, dass China deutlich mehr Waren in die USA ausführt, als die Volksrepublik von dort importiert. Dieses US-Handelsdefizit mit China, das sich im vergangenen Jahr nach Angaben der US-Regierung auf gut 375 Milliarden Dollar (318 Milliarden Euro) summierte, führt Trump als Argument für seine protektionistische Wirtschaftspolitik an. Zuletzt hatten sich die beiden größten Volkswirtschaften wechselseitig Strafzölle in Milliardenhöhe auf etliche Produkte angedroht.

Zumindest in einem Punkt signalisierte China nun Entgegenkommen: Von Strafzöllen auf Hirse aus den USA sieht die Regierung in Peking ab. Derlei Maßnahmen würden die Lebenshaltungskosten vieler chinesischer Verbraucher beeinträchtigen und seien "nicht im öffentlichen Interesse", erklärte das chinesische Handelsministerium. Untersuchungen hätten außerdem ergeben, dass Strafzölle auf Hirse die Produktionskosten für Viehzüchter in die Höhe treiben würden, die das Getreide für die Tiernahrung benötigten.

China hatte Mitte April vorläufige Strafzölle auf den Import von US-Hirse in Höhe von 178,6 Prozent auf den Wert der Einfuhr verhängt. Peking warf Washington dabei Dumping vor, also den Verkauf der Hirse unter dem Erzeugerpreis, was zu einem Preisverfall von chinesischer Hirse führe. Die USA exportierten im vergangenen Jahr 4,8 Millionen Tonnen Hirse nach China. Im Jahr 2013 waren es nur 317.000 Tonnen.

Einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach die chinesische Delegation bei den Gesprächen in Washington eine Verringerung des jährlichen Handelsüberschusses um 200 Milliarden Dollar unter anderem durch mehr Importe von US-Waren angeboten habe, wies Peking indes zurück. Diese "Gerüchte sind falsch", sagte Außenministeriumssprecher Lu Kang. "Die Beratungen dauern in der Tat noch an und die Gespräche sind konstruktiv", fügte er hinzu. Der Verzicht auf Strafzölle auf US-Hirseimporte dürfe überdies nicht "überinterpretiert" werden.

Die Gespräche in Washington sollten am Freitag fortgesetzt werden. Zweitägige Spitzengespräche in Peking waren Anfang des Monats ohne einen entscheidenden Durchbruch zu Ende gegangen. Der Streit zwischen den USA und China schürt international Ängste vor einem Handelskrieg; eine Eskalation könnte die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.