China: Regierung will bis 2019 Blockchain-Standards ausarbeiten

Tobias Schmidt

Die chinesische Staatsregierung plant, im ganzen Land einheitliche Blockchain-Standards zu etablieren. Diese sollen bis Ende 2019 in Kraft treten und einen Rahmen für die zukünftige Blockchain-Entwicklung der Volksrepublik setzen. Auf Unternehmensebene ist das Land sogar noch einen Schritt weiter.

Wie die lokale Nachrichtenplattform Sina.com am 10. Mai berichtete, steht die Regierung der Volksrepublik China davor, bis Ende 2019 umfassende Blockchain-Standards zu entwerfen. Li Ming, der Direktor des Blockchain Research Offices im chinesischen IT-Ministerium gab an, dass sich eine Gruppe von Wissenschaftlern bereits mit dem Projekt beschäftigt. Die Gruppe erhält den Titel Blockchain und Distributed Accounting Technology- Standardisierungskomitee und setzt sich aus verschiedenen Regierungsabteilungen zusammen.

Ziel der Standards, die man nun ausarbeitet, ist es, der chinesischen Industrie gewisse Richtlinien vorzugeben. Diese sollen Unternehmen dabei helfen, den Einsatz der Blockchain-Technologie zukünftig einfacher zu gestalten. Zwar glaube man nicht, dass die Ergebnisse der Gruppe die chinesische Wirtschaft sofort spürbar nach vorne bringen. Die langfristige Strategie der Regierung wird es aber mit Sicherheit sein, von der Blockchain zu profitieren und sie gewinnbringend in geeigneten Sektoren einzusetzen.

China gibt sich blockchain-freundlich

Damit verfolgt China weiterhin eine positive Herangehensweise an die Blockchain-Technologie. Im bisherigen Verlauf des Jahres hatte es bereits wiederholte Schritte auf die Technologie zu gegeben. So hat die parteieigene Tageszeitung im Februar eine innerstaatliche Regulierung gefordert, um die Entwicklung der Blockchain-Technologie voranzutreiben. Auch ein eigenes Blockchain-Investment- und Entwicklungs-Center möchte die Regierung gerne aufbauen. Zudem wurde bekannt, dass bereits im Jahr 2017 mehr als die Hälfte aller Blockchain-Patente aus China angemeldet wurden – gegen den Willen der Regierung wird dies nicht geschehen sein.

In dieses Bild passen auch die jüngsten Blockchain-Pläne des chinesischen Konzerns Huawei. Im März berichteten wir bereits, dass das Unternehmen plant, ein Smartphone mit integrierten Blockchain-Apps zu entwickeln. Dieses soll die Technologie massentauglich machen. Inzwischen ist ein erster Schritt gemacht. Eine Bitcoin-Wallet steht ab sofort zur Installation in der App-Galerie von Huawei zur Verfügung. Damit wird der Marktzugang zu Kryptowährungen – vor allem für Menschen in China – bedeutend einfacher.

Gegenüber Kryptowährungen zeigt sich die chinesische Regierung noch immer nicht von ihrer freundlichen Seite. Trotz immer wiederkehrender Gerüchte wurde weder das ICO-Verbot aufgehoben, noch die geschlossenen Krypto-Exchanges wieder ins Land gelassen. Blockchain ja, dezentrale Kryptowährungen nein – so lässt sich das Handeln Chinas auch im Jahr 2018 erklären.

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