China prüft Anti-Dumping-Zölle auf Edelstahl aus der EU


China erwägt die Einführung von Zöllen auf bestimmte Edelstahlprodukte aus der Europäischen Union. Das Handelsministerium in Peking teilte am Montag mit, es untersuche, ob die Preise mancher Produkte auch aus Südkorea, Japan und Indonesien zu niedrig seien. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Importe im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar geprüft werden.

China produziert und verbraucht fast die Hälfte des weltweiten Edelstahls. 2017 importierte China 703.000 Tonnen Edelstahl – fast 200 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Schuld sind nach Ansicht Chinas die Dumping-Preise, zu denen die anderen Länder den Edelstahl in der Volksrepublik verkaufen.

2016 kostete eine Tonne Edelstahl noch 2.436 US-Dollar, ein Jahr später nur noch 1.867 US-Dollar – also fast ein Viertel (23 Prozent) weniger. „Wenn wir weiterhin zulassen, dass der Edelstahl zu niedrigen Preisen auf den chinesischen Markt kommt, wird der Absatz chinesischen Edelstahls weiter sinken“, heißt es in einem Schreiben Chinas zur Untersuchung.

China hat – bislang vergeblich – versucht, Europa und Südkorea im Zollkonflikt mit den USA auf seine Seite zu ziehen und in diesem Zusammenhang höhere Stahlimporte versprochen. Wenn China nun Zölle auf Edelstahl aus der EU erhöhen sollte, könnte das diesen Bemühungen zuwider laufen.