Chinas Wachstumskurs verändert die globale Wirtschaftsordnung. Um im ökonomischen Wettstreit mit der Volksrepublik mithalten zu können, braucht Europa einen Plan.

Chinas Wachstumskurs verändert die globale Wirtschaftsordnung. Um im ökonomischen Wettstreit mit der Volksrepublik mithalten zu können, braucht Europa einen Plan.


„China hat einen Plan.“ Mit diesen Worten bringt Carola von Schmettow die Relevanz Chinas auf den Punkt. Auch in Zukunft wolle das Land für steigenden Wohlstand und Wachstum sorgen. Auf der Tagung Asia Business Insights von Handelsblatt und HSBC sprach die Chefin der deutschen HSBC-Tochter über den Umgang Deutschlands und Europas mit dem asiatischen Riesen.

Während das Land unter Staatspräsident Xi Jinping davon träumt, Weltmacht zu werden, verliert Europa an weltweiter Bedeutung. Die Debatte über Protektionismus in China nehmen an Bedeutung zu, auch weil chinesische Firmen zunehmend bei ausländischen Konkurrenten einsteigen. Das jüngste Beispiel ist der Einstieg von Geely als größter Aktionär bei Daimler.

Für die sich verändernde Weltordnung müssten sich Deutschland und Europa wappnen, meint die HSBC-Deutschlandchefin von Schmettow. Doch Europa habe keinen klaren Plan, keine klare Strategie. Diese aber brauche Europa – und darauf müsse Deutschland hinwirken. „Nur so können wir weiterhin dem Erfolgsrezept der deutschen Wirtschaft folgen, das auf Offenheit und Multilateralismus beruht.“ Bisher habe sich Europa zu sehr auf die USA verlassen und seine eigene globale Rolle zu schwach definiert.



Dabei sei die wirtschaftliche Expansion Chinas auch eine wichtige Wachstumschance gerade für deutsche Unternehmen, sagte HSBC-Chairman Mark Tucker. Ein Beispiel sei die „Road and Belt Initiative“, die Neue Seidenstraße. Mit diesem Vorhaben, das an die frühere Handelsstraße vor allem durch China anknüpfen soll, baut die Volksrepublik China ihre globale Stellung aus. Mehr Infrastrukturprojekte werden gefördert, mehr Import und Export sind durch neue Transportwege möglich.

China senke die Hürden für Investitionen immer weiter, auch wenn das Tempo vielen nicht ausreiche, sagte Tucker. „China hat entschieden, dass es sich mehr öffnen muss, um eine nachhaltige und inklusive Wirtschaft aufzubauen.“ Zudem wachse der kaufkräftige Mittelstand schnell. Mehr als die Diskussion über Abwehrmaßnahmen in Europa und den USA sieht Tucker die beste Antwort auf Chinas Expansionsstreben in der Suche nach den besten Kooperationspartnern.