In China funktioniert die HTC Vive jetzt ohne Computer

Thaddeus Herrmann
In China funktioniert die HTC Vive jetzt ohne Computer


HTC startet in China ein interessantes Experiment. In der Stadt Dalian, unweit der Grenze zu Nordkorea, können Interessierte eine Vive nun mieten statt kaufen und sind dabei nicht länger auf einen Computer angewiesen. Die Rolle des Rechners wird in die Cloud ausgelagert - die dafür benötigte Hardware ist eine kleine Settop-Box. Sämtliche Berechnungen werden in den Rechenzentren von "Beijing Cyber Cloud" abgewickelt und über die Box an das Headset geschickt. Als weiterer Partner ist Dalian Television an Bord, ein staatliches Unternehmen, das die Region mit Fernsehprogrammen versorgt.

Damit das neue System funktioniert, kommt eine Breitbandleitung mit 60 Mbps zum Einsatz. Wer das neue Konstrukt ausprobieren will, muss ein Pfand von umgerechnet rund 455 US-Dollar hinterlegen, und kann Vive und Box so mieten: für rund 70 Dollar pro Monat. Kündigen kann man jeder Zeit. Wer das Set lieber kaufen will, legt rund 1.000 Dollar auf den Tisch und bekommt somit ein Jahr Zugang zu allen VR-Inhalten.

Die Latenz soll spürbar sein, sich aber im Rahmen halten. Twitch-Apps, so gibt man zu, werden keinen großen Spaß machen, ein Großteil der anderen Angebote jedoch gut funktionieren. Solange die Verbindung bestehen bleibt und die nötige Bandbreite auch tatsächlich an der Leitung anliegt. Faktisch räumt HTC so eine Hemmschwelle aus dem Weg, die viele davon abhalten, sich mit der Vive auseinanderzusetzen: den teuren PC. Doch der ist ja eh auf dem Weg in die Rente.