USA weiter wichtigster Exportmarkt für Deutschland

Tiefwasserhafen in Shanghai

Die USA bleiben weiterhin der wichtigste Absatzmarkt der deutschen Exportwirtschaft. Deutschland erzielte im vergangenen Jahr einen Handelsüberschuss von mehr als 50 Milliarden Euro mit dem Land, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. In der Rangliste der wichtigsten Handelspartner kommen die USA aber nur auf Platz drei: Spitzenreiter wurde zum zweiten Mal hintereinander China, gefolgt von den Niederlanden.

Der gesamte Außenhandelsumsatz mit den USA betrug nach vorläufigen Ergebnissen der Statistiker 172,6 Milliarden Euro. Insgesamt wurden Güter im Wert von 111,5 Milliarden Euro von Deutschland in die Vereinigten Staaten exportiert. Mit den Niederlanden tauschte Deutschland Waren im Wert von 177,3 Milliarden Euro aus, mit China Waren im Wert von 186,6 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den USA erzielten die Niederlande und China aber in Deutschland einen Exportüberschuss von mehr als fünf beziehungsweise 14 Milliarden Euro.

Frankreich fiel in der Liste der wichtigsten Handelspartner nach Umsatz von Rang zwei auf Rang vier ab. Das Nachbarland war von 1975 bis 2014 knapp drei Jahrzehnte lang der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Großbritannien fiel in der Rangfolge um zwei Plätze auf Rang fünf zurück.

Zum Außenhandel mit den USA erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Holger Bingmann: "Weder Trumps ständige Verbalattacken noch der erstarkte Euro haben das Geschäft mit den Vereinigten Staaten bisher ausgebremst". Er rief dazu auf, sich gegen weitere "nationalistische Störfeuer" zu stemmen, die den Welthandel beeinträchtigen könnten. "Insbesondere Deutschland wäre davon betroffen, wenn diese Rhetorik sich weiter aufschaukelt."

Das US-Handelsministerium hatte vergangene Woche bekannt gegeben, dass es Schutzmaßnahmen zugunsten heimischer Stahl- und Aluminiumhersteller für eine Frage der nationalen Sicherheit hält. Dazu liegen mehrere Optionen auf dem Tisch, die auch europäische Erzeuger treffen könnten. US-Präsident Donald Trump muss bis Mitte April entscheiden, ob er den Vorschlägen folgt. Daraufhin bekräftigte ein EU-Kommissionssprecher am Dienstag die Drohung mit Gegenmaßnahmen, "sollten unsere Exporte durch restriktive Handelsmaßnahmen der Vereinigten Staaten getroffen werden".

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Klaus Ernst erklärte: "Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Importbeschränkungen kommen nicht von ungefähr." Wenn Europa einen Handelskrieg mit den USA vermeiden wolle, "muss Deutschland weg von seiner einseitigen Exportstrategie". Auch zum Wohle der europäischen Nachbarn müsse die Bundesregierung die Binnennachfrage in Deutschland ankurbeln, um mehr Waren zu importieren. "Es nützt Deutschland nichts, unsichere Forderungen in gigantischen Größenordnungen gegenüber dem Ausland anzuhäufen."