China: Bürgerrechtler Liu Xiaobo nach jahrelanger Haft gestorben

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo ist tot. Der chinesische Bürgerrechtler – und eigentlich Literaturwissenschaftler – starb an einem Krebsleiden, nach jahrelanger Haft.

Die Regierung hatte ihn zuletzt in ein Krankenhaus verlegt, ihm aber eine Ausreise und damit eine Behandlung im Ausland verboten.

Liu habe bei allem, das er erdulden musste, immer eine Politik des Friedens verfolgt, sagt in Genf eine Sprecherin des UNO-Kommissars für Menschenrechte.

Für Menschenrechtler in aller Welt werde er weiterhin eine Inspiration sein. China zeige der Welt damit, wie brutal diese Art von Gesellschaft sein könne, sagt Ai Weiwei, der Künstler, der selbst mit der Regierung über Kreuz lag und inzwischen in Berlin lebt. Lius Tod habe eine Tür geschlossen, eine Tür zu einem friedlichen Wandel. Für viele sei das der Tod einer Hoffnung.

Liu Xiaobo wurde 61 Jahre alt; 2009 war er wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er war Mitverfasser der 2008 von vielen Intellektuellen unterzeichneten “Charta 08”, in der ein “freier, demokratischer und verfassungsmäßiger Staat” in China gefordert wird.

2010 bekam Liu für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte den Nobelpreis. Auch vor seiner jüngsten Verurteilung saß er schon jahrelang und wiederholt in Haft.

Liu litt unter Leberkrebs im Endstadium. Mitte Juni wurde sein Gesundheitszustand bekannt gemacht.

Nach Angaben seiner Ärzte ging es ihm seit letzter Woche immer schlechter. Seit Montag schwebte er demnach in Lebensgefahr. Einen Tag vor seinem Tod teilten die Ärzte mit, dass seine Atmung versage und er an

Organversagen leide.