China: Werden die Alibaba-Aktie und Bitcoin zur nächsten China Evergrande-Aktie?

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China Evergrande (WKN: A2APDK)-Anteile haben seit dem Allzeithoch Ende 2017 mehr als 92 % an Wert verloren (24.09.2021). Zwar finanzierte der Konzern seine Expansion über viele Kredite, doch letztendlich führten die Maßnahmen der kommunistischen Partei zum Niedergang.

Mittlerweile erwägt die Regierung (nach Angaben asiatischer Medien) eine Konzernaufspaltung in drei Teile und eine Verstaatlichung. So werden chinesische Immobilienbesitzer und Vermögensanlageprodukte geschützt. Ausländische Investoren gehen hingegen leer aus.

Alibaba weiter unter Druck

Alibaba (WKN: A117ME) ist ein weiteres Unternehmen, das unter den Regierungsmaßnahmen leidet. Auch diesem Konzern könnte am Ende eine Aufspaltung drohen. Mittlerweile ist der Kurs der ADR-Zertifikate vom Hoch bereits um mehr als 53 % gefallen (24.09.2024). Beteiligungen in Form von Aktien sind auch hier nicht möglich.

Seit vergangenem Jahr (2020) wurden bereits viele Maßnahmen gegen den E-Commerce-Konzern eingeleitet. Zuletzt wurde bekannt, dass Alibaba seinen Anteil von 5 % am größten Fernsehsender Chinas (Mango Excellent Media) verkauft hat. Der zweitgrößte chinesische Staatssender Huan Broadcasting System besitzt mit 56 % die meisten Mango-Anteile. Alibaba hatte seine Aktien erst Ende 2020 für umgerechnet etwa 818 Mio. Euro erworben. Der Konzern verliert durch den vorzeitigen Verkauf so etwa 264 Mio. Euro.

Alibaba hat zu der Transaktion noch keine Stellung genommen. Denkbar ist allerdings, dass Peking so jeden möglichen Medieneinfluss ausschließen möchte. Der E-Commerce-Konzern hat über zahlreiche Beteiligungen ein großes Mediengeschäft aufgebaut. Dazu zählen beispielsweise Xiaohongshu, Qutoutiao, Weibo, Youku, Bilibili, die South China Morning Post und China Business Network. Wenn der Druck weiter steigt, muss Alibaba dieses Geschäft wahrscheinlich aufgeben und verkaufen.

Bisher ist die Welle der Regulierungsmaßnahmen noch nicht vorüber, sodass Anleger weiterhin vorsichtig bleiben sollten.

China verbietet Bitcoin-Handel

China hat zudem den Kryptowährungen den Kampf angesagt. Anfang des Jahres 2021 wurde bereits das Bitcoin-Mining verboten. Nun folgen alle entsprechenden Transaktionen. An der Aktion haben sich zehn chinesische Behörden beteiligt.

„Die Abteilungen für Finanzverwaltung, Cybersicherheit und IT, Telekommunikation, öffentliche Sicherheit und Marktaufsicht arbeiten eng zusammen, um die Zahlungskanäle zu sperren und die entsprechenden Websites und mobilen Anwendungen in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu löschen“, so die People’s Bank of China.

Einzelpersonen und Unternehmen werden nun entsprechend überprüft. Kryptowährungsbörsen müssen ihre Tätigkeit innerhalb Chinas ebenfalls einstellen. Das Land will so die Hoheit über seine eigene Währung behalten. Bitcoin hätte hingegen zu einer Konkurrenz aufsteigen können.

Zudem werden so nicht kontrollierbare Transaktionen und Geldabflüsse verhindert. Viele Chinesen trauen der eigenen Regierung nicht und überweisen deshalb ihr Geld ins Ausland. Wie hingegen gegen Aktien mit Bitcoinbezug vorgegangen wird, ist noch offen. China plant mit dem E-Yuan stattdessen eine eigene Digitalwährung.

Bitcoin, Ethereum und Litecoin sind aufgrund der Meldung heute (24.09.2021) um 5,56 bis 8,98 % gefallen. Diese Rücksetzer könnten jedoch schnell wieder aufgeholt werden, wenn es nicht in vielen anderen Regionen auch zu ähnlichen Einschränkungen kommt.

Der Artikel China: Werden die Alibaba-Aktie und Bitcoin zur nächsten China Evergrande-Aktie? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd. und Bitcoins.

Motley Fool Deutschland 2021

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