Chilenische Regierung stoppt umstrittenes Bergbauprojekt aus Umweltgründen

Die chilenische Regierung hat ein umstrittenes Bergbauprojekt im Norden des Landes aus Umweltgründen gestoppt. Das Kabinett des linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric lehnte die Einrichtung der milliardenschweren Erz- und Kupfermine Dominga an der Küste rund 450 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago am Mittwoch (Ortszeit) einstimmig ab. Die Mine sollte in der Nähe eines bedeutenden Naturreservats der bedrohten Humboldt-Pinguine entstehen.

Auf drei Inseln in der Gegend leben rund 80 Prozent der weltweiten Population dieser Pinguine. Außerdem kommen Wale, Seelöwen und die kleinste Otter-Art der Welt dort vor. Umweltministerin Mais Rojas sprach von einem Ort mit einem "absolut einzigartigen ökologischen Wert".

Das chilenische Unternehmen Andes Iron würde dort gerne mehrere Millionen Tonnen Eisenerz sowie tausende Tonnen Kupfer fördern. Geplant war zudem eine Aufbereitungs- und Ablagerungsanlage, eine Wasserentsalzungsanlage und ein Hafen für die Verladung von Mineralien. Andes Iron kündigte an, die Entscheidung der Regierung anzufechten.

"Das Dominga-Projekt erfüllt nicht nur alle Standards, sondern übertrifft sie sogar und steht im Einklang mit den von der Regierung festgelegten Grundsätzen für nachhaltige Industrie- und Bergbauprojekte", erklärte das Unternehmen. Borics Regierung hatte das Projekt seit ihrem Amtsantritt im März 2022 kritisiert. Die rechtsgerichtete Opposition prangerte die Ablehnung als rein politische Entscheidung an.

pe/mhe