Chile: Fischer jagen ausgebüxte Lachse

Vor der Küste Chiles machen Fischer Jagd auf Hunderttausende ausgebüxte Lachse.

Anfang Juli hatte ein Sturm mehrere Käfige einer Fischzuchtanlage nahe dem südchilenischen Puerto Montt zerstört.

Rund 600.000 Lachse entkamen.

Das Problem: bei vielen Tieren war die Behandlung mit Antibiotika noch nicht beendet.

Der Chemie- und Pharmazie-Fachmann Javier Campanini Salinas von der Universidad San Sebastian in Santiago erklärt: "Wenn man nicht abwartet, bis die Behandlung vollständig abgeschlossen ist, dann verbleibt im Fleisch der Fische eine hohe Konzentration an Antibiotika, und das kann in den menschlichen Organismus gelangen, sich mit den existierenden Bakterien mischen und so Resistenzen schaffen, was ein großes Problem ist."

Viele Menschen kaufen den Fischern die Lachse trotz der Warnungen ab. Immerhin kosten sie deutlich weniger als normale Lachse. 

Eine Kundin berichtet. "Wir sahen, dass der Fischer den Lachs verkaufte, und er sah frisch aus, also haben wir ihn gekauft. Er ist wirklich gut. Und der Preis ist auch sehr vorteilhaft."

Das Fischzuchtunternehmen Marine Harvest aus Norwegen, das die Anlage in Chile betreibt, sagt, die Gefahr von Resitenzen sei gering. Gefangene Tiere würden stichprobenartig untersucht.

Sollte es nicht gelingen, den Großteil der Tiere innerhalb von 30 Tagen wieder einzufangen, droht der Firma eine hohe Strafe und womöglich der Entzug der Betriebserlaubnis.

Die 30-Tagesfrist lässt sich nach Ablauf um weitere 30 Tage verlängern.