Ist die Chevron-Aktie jetzt ein Kauf?

Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
silhouette of working oil pumps on sunset background
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Warren Buffett hat über seine Holding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) im vierten Quartal 2020 verstärkt in Chevron (WKN: 852552)-Aktien investiert. Aber warum setzt er ausgerechnet auf den Ölsektor und welche Argumente sprechen jetzt für den Wert?

Chevron-Aktie als Value Investment

Warren Buffett ist ein Value-Investor der Ben-Graham-Schule. Ein Unternehmen kann noch so toll sein, er würde es nicht kaufen, wenn es seiner Meinung nach überbewertet ist. Andersherum kommen für einen Kauf nur fair oder unterbewertete Aktien infrage.

Die Chevron-Aktien verloren im letzten Jahr (2020) aufgrund der Viruskrise stark an Wert. Erdöl wurde zu dieser Zeit am Future-Markt teilweise sogar zu negativen Kursen gehandelt. Verkäufer mussten also dafür zahlen, um ihr Öl verkaufen zu können.

Chevron gehört zu den größten Ölkonzernen der Welt und hat diese Phase gut überstanden. Die Aktie ist aber auch heute immer noch sehr niedrig bewertet. Beispielsweise beträgt die Dividendenrendite aktuell immer noch über 5,4 % (17.02.2021).

Chevron ist breit aufgestellt

Wer sich den Chevron-Konzern einmal genauer ansieht, wird feststellen, dass er nicht nur in der Erdöl- und Erdgasförderung aktiv ist, sondern auch im Raffineriegeschäft sehr stark vertreten ist. So kann er Ölpreisschwankungen sehr viel besser ausbalancieren.

Verlor beispielsweise das Fördersegment im vergangenen Jahr 2.433 Mio. US-Dollar, konnte der Raffineriebereich noch einen Gewinn in Höhe von 47 Mio. US-Dollar erzielen. Im vierten Quartal 2020 drehte sich das Bild. Hier erzielte der Upstream-Bereich 501 Mio. US-Dollar Gewinn, während das Downstream-Segment 338 Mio. US-Dollar verlor.

Insgesamt konnte Chevron 2020 sogar einen positiven Cashflow in Höhe von 10,6 Mrd. US-Dollar erwirtschaften und so das 33. Jahr in Folge seine Dividendenausschüttung erhöhen. Viele andere Ölkonzerne mussten sie aufgrund ihrer einseitigen Aufstellung hingegen 2020 kürzen oder sogar ganz streichen.

Kosten und Sachausgaben wurden reduziert

Chevron hat seine Kostenbasis 2020 um 1,4 Mrd. US-Dollar und seine Sachinvestitionen um 35,7 % gesenkt. Seit 2018 wurden darüber hinaus Aktiva im Wert von 7,7 Mrd. US-Dollar verkauft. Bei nun wieder steigenden Ölpreisen ist Chevron also viel besser aufgestellt und wird wahrscheinlich 2021 deutlich mehr Geld verdienen.

Öl und erneuerbare Energien

Der Konzern investiert in erneuerbare Energien und bereitet sich so auf die Zukunft vor. Dieser Wandlungsprozess wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Öl und Gas werden trotzdem immer noch viele Jahre benötigt. Weltweit gesehen ist der Bedarf sogar weiter steigend.

Foolishes Fazit

Warren Buffett hat auch in der Vergangenheit öfter in Ölwerte (siehe Petrochina (WKN: A0M4YQ)) investiert, sie aber Jahre später, nach einem starken Anstieg, wieder verkauft. Dies könnte im Fall von Chevron auch passieren, denn der Konzern wächst kaum noch. Es gibt also durchaus Kaufargumente für die Chevron-Aktie.

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Christof Welzel besitzt Berkshire Hathaway-Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2021 $225 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021