Chemiewaffenuntersuchung: Russland will UN-Resolution

Russland will dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in der syrischen Stadt Duma einen Resolutionsentwurf vorlegen. Damit soll nach Moskaus Wunsch eine Untersuchung der Geschehnisse durch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen geregelt werden.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte: „Wir haben Fachleute der Organisation für das Verbot chemischer Waffen angefordert und streben an, dass die Untersuchung so schnell wie möglich geschieht. Wir können nicht einfach blind den Ergebnissen glauben, die durch Untersuchungen aus der Ferne hervorgebracht wurden.“

Russland sei bereit, den Inspektoren Sicherheitsgarantien auszustellen, Duma befinde sich in der Hand der syrischen Armee und russische Militärpolizisten seien in die Gegend verlegt worden, so Lawrow.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Also, ich glaube erst mal, dass die Evidenz, dass dort Chemiewaffen eingesetzt wurden, sehr, sehr klar und deutlich ist. Das kann auch meinetwegen noch mal nachgeprüft werden, aber das hilft uns bei der Verurteilung des Falls jetzt nicht weiter. Und wir haben gestern ja bereits deutlich gemacht, dass wir aufs Schärfste diesen Einsatz immer wieder verurteilen. Es ist schon erschütternd, muss ich sagen, dass nach so vielen internationalen Diskussionen und Ächtungen immer wieder dort Chemiewaffen eingesetzt werden“, so die deutsche Kanzlerin.

Merkel führte zu Wochenbeginn ein Telefongespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Darin wurde auch die Lage in Syrien erörtert.