Chelsea Manning appelliert an Trump: Stoppt das Töten im Namen „nationalistischer Märchen“

Chelsea Manning erinnerte am Veterans Day an die zivilen Opfer von US-Militäraktionen. (Bild. AP Photo)

Die Transgender-Aktivistin und ehemalige Militär-Analystin Chelsea Manning forderte die US-Behörden am „Tag der Veteranen“ auf, die Aussendung weiterer Truppen nach Übersee umgehend zu stoppen – und nennt die Militäraktionen „Märchen“-Manöver.

Die US-amerikanische Whistleblowerin war Angehörige der US-Streitkräfte und dort als IT-Spezialistin im Irak tätig, bis sie 2010 wegen Hochverrats zu einer Freiheitsstrafe von 35 Jahren verurteilt wurde. Im Mai 2017 kam sie vorzeitig aus der Haft frei – nach der Begnadigung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

Anlässlich des „Veterans Day“ fand sie auf Twitter nun deutliche Worte gegenüber US-Präsident Trump: „Du willst Veteranen unterstützen!? Dann hör auf, Truppen nach Übersee zu entsenden, damit sie töten oder für deine nationalistischen Märchen selbst getötet werden. Wir können mehr tun.“

Der Kommentar bezieht sich vor allem auch auf die militärischen Kampagnen und Manöver der Trump-Regierung im vergangenen Jahr, bei denen laut Manning häufig übersehen werde, welche Auswirkungen jene Kriegseinsätze auf die Zivilbevölkerung haben.

Ihre Aussage löste umgehend Reaktionen in dem sozialen Netzwerk aus. So reagierte US-Sportreporter Ron Clements mit den Worten: „Und das kommt von jemandem, der wegen Hochverrats verurteilt und unehrenhaft entlassen wurde. Das müssen Sie nun aushalten. Sie haben das Recht verloren, Ihre Meinung zu äußern.“

Die rechtspopulistische News-Seite Sparta Report spricht ihr den Status einer Veteranin ab: „Sie sind keine Veteranin. Sie sind eine ehemalige Verurteilte.“

Doch es gab auch Zuspruch für Mannings Tweet. „Ich würde sagen, dass sie die nötige Erfahrung hat, um das sagen zu dürfen“, kommentierte User Dad Kapital.

Und auch Nutzerin Elizabeth Jeser schrieb: „Danke Chelsea . Als eine Veteranin, die [in der Militäraktion] Desert Storm diente, habe ich meinen 5 Kindern geraten, sich nicht zum Militär zu melden… wenn Milliardäre Soldaten einsetzen wollen, sollen sie ihre eigenen Kinder opfern, nicht meine.

Chelsea Manning hatte, neben ihrer Verurteilung für die Enthüllung von über 700.000 Militärdokumenten via WikiLeaks, auch anderweitig für Schlagzeilen gesorgt. Als bekannteste Trans-Person im US-Militär hatte sie sich während ihrer Haft zu einer Geschlechtsangleichung entschieden.

Nun, nach ihrer Entlassung, setzt sie sich als Gegnerin der Trump-Regierung sowohl gegen das von dem US-Präsidenten verhängte Verbot von Trans-Personen im US-Militär als auch für die internationalen Menschenrechte ein.