Chefs großer schwedischer Firmen warnen vor Ausweisung qualifizierter Migranten

Skyline von Stockholm

Die Chefs großer schwedischer Firmen haben angesichts des Fachkräftemangels im Land vor einer Ausweisung gut qualifizierter Migranten aus "bürokratischen" Gründen gewarnt. In einem Beitrag für die Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" vom Freitag schrieben die Chefs etwa des Telekommunikationsunternehmens Ericsson und der Textilkette H&M, Schwedens Unternehmen müssten "weltweit rekrutieren" können. Ausweisungen qualifizierter Beschäftigter "schädigen die Wirtschaft".

"Wir können nicht darauf hoffen, dass Ingenieure, IT- oder andere Spezialisten ihr Land verlassen, wenn sie riskieren, aus unvorhersehbaren Gründen aus Schweden ausgewiesen zu werden", schrieben die rund 30 Firmenchefs. Den zuständigen Behörden des skandinavischen Landes war erst kürzlich vorgeworfen worden, dass ausländischen Arbeitnehmern bei den kleinsten Verstößen gegen ihre Aufenthaltsbestimmungen die Ausweisung droht - egal ob sie diese selbst zu verschulden haben oder nicht.

So wurde der Fall eines Libanesen im südschwedischen Lund bekannt, der 2012 ein eigenes Biotechnologie-Unternehmen gegründet hatte. Er soll nun samt Familie ausgewiesen werden, weil er längere Zeit sein Gehalt gesenkt hatte, um das Unternehmen aus einer schlechten Phase zu bringen. Außerdem nahm er nicht genügend Urlaub - beides sind Verstöße gegen die strikte schwedische Gesetzgebung, die Dumpinglöhne verhindern will.