Chefkameramann von "Das Boot" erhält fast 600.000 Euro

Satter Geldsegen für den Chefkameramann des Filmklassikers "Das Boot": Jost Vacano hat fast vierzig Jahre nach den Arbeiten an dem Weltkriegsdrama Anspruch auf rund 600.000 Euro, wie das Oberlandesgericht München am Donnerstag entschied. Außerdem muss er an den künftigen Erlösen der als Kinofilm und Fernsehserie erfolgreichen Produktion von Regisseur Wolfgang Petersen beteiligt werden.

Der 1980 und 1981 entstandene Film "Das Boot" ist eine der erfolgreichsten deutschen Filmproduktionen. 1983 war die Kinofassung für sechs Oscars nominiert, eine Nominierung galt Vacano. Dieser hatte für seine Tätigkeit damals pauschal rund 100.000 Euro erhalten. Unter Berufung auf den sogenannten Fairnessparagraphen im Urheberrecht erstritt er nun eine Nachvergütung, die den großen Erfolg abbildet.

Vacano hatte diesen Anspruch gegenüber der Filmherstellerin, dem für die Fernsehausstrahlungen verantwortlichen WDR und der Firma, die den Film auf Videos und DVDs verbreitet, eingeklagt. Laut Urteil schuldet ihm die Filmherstellerin rund 162.000 Euro, der WDR rund 90.000 Euro und die Filmverbreiterin 186.000 Euro. Dazu kommen im Zuge des Rechtsstreits aufgelaufene Zinsen von etwa 150.000 Euro.

Vacano hat dem Urteil zufolge außerdem Anspruch auf 2,25 Prozent der künftigen Nettoerlöse durch Kinoausstrahlungen und den Verkauf etwa von DVDs sowie zusätzlich auf Vergütungen durch den WDR, wenn der Film im Fernsehen wiederholt wird.