Chef von Hudson's Bay geht

Gerald Storch zieht seinen Hut als Chef bei der Kaufhof-Mutter Hudson's Bay. Beide Warenhäuser steckten zuletzt in der Krise, doch Kaufhof reagierte gelassen auf die Ankündigung.


Der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay (HBC) muss sich einen neuen Chef suchen. Gerald Storch trete zum 1. November zurück, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Er kehre zu seiner Beraterfirma Storch Advisors zurück. Storch war im Januar 2015 zu Hudson's Bay gekommen. Zuvor managte er bereits die US-Spielzeugkette Toys 'R' Us.

HBC habe eine Personalberatung mit der Suche nach einem neuen Konzernlenker beauftragt. Verwaltungsratschef Richard Baker übernimmt kommissarisch den Posten bis ein Nachfolger gefunden ist.

Bei Kaufhof geht man nicht davon aus, dass die Personalie Auswirkungen auf das Geschäft haben werde. Kaufhof war 2015 von HBC übernommen worden und kämpfte zuletzt mit sinkenden Umsätzen und Verlusten.



Die „Süddeutsche Zeitung“ (Online) schrieb, der Verwaltungsrat werfe Storch vor, die Lage in Deutschland und Eutopa falsch eingeschätzt zu haben. Zuvor hatten bereits andere ranghohe HBC-Manager das Unternehmen verlassen. Die Kanadier waren im Geschäftsjahr 2016/17 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Sommer hatten sie Jobkürzungen angekündigt.

Baker versicherte den Mitarbeitern in einem Brief, HBC werde auch nach dem Ausscheiden von Storch an der bisherigen Strategie festhalten. Die Personalie bedeute keine Kursänderung. „Selbstverständlich stehen wir auch weiterhin zu unserem Engagement und unserer Wachstumsstrategie in Europa“, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. „Wir haben einen Plan, der uns nach vorne bringen wird. Ich glaube auch weiterhin fest an die Zukunft der Warenhäuser.“




Auch Kaufhof-Chef Wolfgang Link versicherte den Beschäftigten, die Personalie werde keine Auswirkungen haben. „HBC ist und bleibt ein starker Partner an unserer Seite und steht weiterhin fest zu seinem Engagement in Deutschland, Belgien und den Niederlanden“, betonte Link in einem Schreiben.

HBC hatte Kaufhof im Herbst 2015 vom Handelskonzern Metro erworben und große Pläne gehabt. Doch diese Rechnung ging bislang nicht auf. So brachte das vergangene Weihnachtsgeschäft anders als erhofft keinen Höhenflug, sondern sorgte vielmehr mit einem Umsatzminus von zwei Prozent für einen Tiefschlag. Insgesamt leidet Kaufhof unter Verlusten und rückläufigen Umsätzen. Der Handelsriese will deshalb Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21 000 Mitarbeiter durchsetzen.