Chef der ehemaligen Farc-Rebellen bittet Opfer um Vergebung

Der Chef der ehemaligen Farc-Rebellen in Kolumbion hat zu Beginn seines Prozesses die Opfer von Übergriffen der Guerilla um Vergebung gebeten

Der Chef der ehemaligen Farc-Rebellen in Kolumbien hat zu Beginn seines Prozesses die Opfer von Übergriffen der Guerilla um Vergebung gebeten. Er werde sich bemühen, das "Unmögliche" zu schaffen, damit sie "die Wahrheit" über das Geschehene erfahren könnten, sagte Rodrigo "Timochenko" Londoño am Freitag in Bogota. Die Farc akzeptiere die Verantwortung, die sie trage, fügte Londoño hinzu.

Der Prozess gegen die Anführer der Farc ist Teil des Friedensvertrags aus dem Jahr 2016. Vor dem Sondergericht für Frieden (JEP) werden die Kommandeure etwa zu Anschuldigungen wegen Entführungen aussagen.

Die Guerrillagruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) hatte ein halbes Jahrhundert lang gegen die Regierung in Bogotá gekämpft. Mehr als 260.000 Menschen wurden getötet. Etwa sieben Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, mehr als 60.000 weitere werden vermisst. Im November 2016 schlossen beide Seiten ein Friedensabkommen. Die Farc gab darauf ihre Waffen ab und tritt seitdem als politische Partei auf.

Der damalige Präsident Juan Manuel Santos hatte für das Abkommen mit den Friedensnobelpreis erhalten. Sein konservativer Amtsnachfolger Iván Duque sieht das Abkommen jedoch kritisch. Er hatte nach seinem Wahlsieg im Juni "Korrekturen" am Friedensvertrag angekündigt.