Square in Sippenhaft: Warum Anleger cool bleiben sollten

Nikolas Kessler
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Square in Sippenhaft: Warum Anleger cool bleiben sollten

Dass große US-Tech-Werte ihre Rekordjagd am Donnerstag unterbrochen haben, hat auch die Aktie von Square belastet – rund fünf Prozent schwächer sind die Papiere des Zahlungsdienstleisters aus dem US-Handel gegangen. Grund zur Panik besteht deshalb aber nicht.

Jack Dorsey dürfte am Donnerstag wenig Grund zur Freude gehabt haben. Nicht nur, dass die Aktie seines Kurznachrichtendiensts Twitter nach schwachen Quartalszahlen um mehr als 14 Prozent abgesackt ist – auch der Kurs seines Zweit-Unternehmens, dem Zahlungsabwickler Square, hat rund fünf Prozent nachgegeben.

Bei Twitter ist der Fall klar: Stagnierende Nutzerzahlen, rückläufige Umsätze und ein Verlust von 117 Millionen Dollar haben die Anleger in die Flucht geschlagen. Bei Square gibt es hingegen keine fundamentale Begründung für den Rücksetzer. Das Unternehmen veröffentlicht erst in der kommenden Woche (2. August) die Zwischenbilanz für das zweite Quartal und Analysten sind im Vorfeld optimistisch, dass Square die Wachstumsstory fortgesetzt hat.

Analysten vor Zahlen bullish

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum rechnen die von Bloomberg befragten Experten im Durchschnitt mit einem Umsatzplus von 35 Prozent auf 231,4 Millionen Dollar. Beim operativen Ergebnis (EBITDA) wird sogar ein Anstieg um fast 150 Prozent auf 31,2 Millionen Dollar prognostiziert. Der Nettoverlust soll mit 19,1 Millionen Dollar deutlich geringer ausfallen als im zweiten Quartal 2016 (27,3 Millionen Dollar).

Das spiegelt sich auch in den Anlageempfehlungen wieder: 16 Kaufempfehlungen stehen dort einer einzigen Verkaufsempfehlung gegenüber. Für zwölf Analysten ist die Aktie eine Halte-Position.

Square selbst hatte bei der Präsentation der Q1-Zahlen im einen bereinigten Umsatz im Bereich von 223 und 226 Millionen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 25 und 28 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden im Zuge dessen angehoben.

Rücksetzer = Kaufchance

Die Square-Aktie befindet sich seit Monaten im Rallye-Modus. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von rund 90 Prozent zu Buche, seit der AKTIONÄR-Empfehlung im September 2016 hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt. Eine Korrektur ist vor diesem Hintergrund nicht ungewöhnlich.

Square ist hervorragend aufgestellt, um vom Megatrend Mobile- und Cashless-Payment zu profitieren. Entsprechend bleiben investierte Anleger an Bord und setzen auf frische Impulse durch die Zahlen. Neueinsteiger können den aktuellen Rücksetzer zum Einstieg nutzen. Den Stoppkurs hatte DER AKTIONÄR zuletzt auf 17,50 Euro nachgezogen.