Charlottesville 1 Jahr danach: Demonstranten gegen extreme Rechte

Ein Jahr nach gewaltsamen rechtsradikalen Protesten in Charlottesville sind erneut Demonstranten durch die Straßen der Stadt im US-Bundesstaat Virginia gezogen. Sie protestierten gegen die Gewalt von damals und gegen die extreme Rechte in den USA. Untern ihnen waren viele Studenten der örtlichen Universtität.

"Wir fordern von unserer Universtität einen Wandel. Wir wollen eine klare Ablehnung der extremen Rechten, die auf der Straße marschiert, die aber auch tief in dieser Institution verwurzelt ist", so Clara Carlson, die als Studentin einen Teil der Proteste vom Wochenende organisiert hat.  

Gegner der extremen Rechten erinnern an den 12.08.2018

Die Gegner der rechten Demonstranten von damals zeigten am Wochenende erneut Präsenz. Im vergangenen Jahr hatten Nationalisten unter dem Motto "Unite the Right" in Charlottesville demonstriert.

"Was hier in Charlottesville geschehen ist, kann überall in den USA passieren. Die extreme Rechte ist in die DNA dieser Nation eingeschrieben. Was wir im August 2017 erlebt haben, war ein Ausbruch dieser Ideologie", so Lisa Woolfork, Lehrkraft für Englisch an der University of Virginia und Organisatorin von "Black Lives Matter" in Charlottesville.

Mutter der Getöteten will aufklären

Am 12. August 2017 war ein nun angeklagter Mann mit einem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gefahren und hatte dabei die 32-jährige Heather Heyer getötet und Dutzende andere verletzt. Heathers Mutter will ein Jahr nach der Tat Aufklärungsarbeit leisten: 

"Ich äußere mich jetzt, weil ich erreichen möchte, dass immer weniger Mütter um ihre Kinder weinen müssen. Wir hatten ja zum Beispiel eine Unzahl an bewaffneten Amokläufen und an völlig unnötigen Schießereien."

Trump: "werde nie aufhören für alle Amerikaner zu kämpfen"

Vor der Demonstration zum Jahrestag verurteilte US-Präsident Donald Trump "alle Formen von Rassismus und Gewalttaten". Auf Twitter schrieb er am Samstag: "Die Ausschreitungen in Charlottesville vor einem Jahr haben zu sinnlosem Tod und Spaltung geführt. Wir müssen als Nation zusammenkommen." In einem weiteren Tweet fügte er hinzu: "Ich werde nie aufhören, für alle Amerikaner zu kämpfen!" 

Nach den tödlichen Protesten in Charlottesville hatte Trump beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich gemacht und damit Empörung ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, sich nicht von rechtsextremer Gewalt zu distanzieren.