Charlotte Roche wirft WDR-Firmenchef sexuelle Belästigung vor

Im aktuellen Spiegel werfen sechs Frauen, darunter Bestsellerautorin Charlotte Roche dem WDR-Firmenchef Gebhard Henke sexuelle Belästigung vor. (Bild: Getty Images)

In der aktuellen Ausgabe des Spiegel Magazins werfen sechs Frauen, inklusive Bestsellerautorin Charlotte Roche, dem WDR-Firmenchef und “Tatort”-Koordinator Gebhard Henke sexuelle Belästigung vor. Henke streitet die Vorwürfe ab.

Laut dem Spiegel berichten die Frauen von Vorfällen die sich zwischen 1990 und 2015 zugetragen haben sollen. Henke soll einige der Frauen dabei an Bauch und Po angefasst haben oder davon gesprochen haben, sie im Falle von körperlicher Gegenleistung zu fördern.

Zu den sechs Frauen gehört auch Moderatorin und Bestesellerautorin Charlotte Roche: “Er gab mir die rechte Hand und legte mir die linke gleichzeitig fest mitten auf den Po”, sagt Roche. Als sie versucht habe, sich wegzubewegen, habe Henke sich einfach mitbewegt. “Das war schlimm und dauerte gefühlt ewig.”

Bis heute ärgere sie sich über ihr Schweigen in in diesem Moment. Sie habe unter Druck gestanden, denn bei dem Treffen mit Henke ging es um die Verfilmung um eines ihrer Bücher. Jetzt habe sie sich allerdings dazu entschlossen die Ereignisse öffentlich zu machen: “Vielleicht hilft das ja, dass andere sich auch trauen, etwas zu sagen.”

Henke selbst, der am 29. April vom WDR freigestellt worden war, bestreitet alle Vorwürfe. Zudem solidarisierten sich seit Donnerstag ungefähr 20 Frauen aus der deutschen Film- und Fernsehbranche mit dem WDR-Firmenchef. Die Frauen, die alle persönlich mit Henke zusammengearbeitet haben, veröffentlichten einen offenen Brief. Die Zusammenarbeit habe “durchaus nicht ohne Konflikte und Machtkämpfe” stattgefunden. Genauso wenig sei die Zusammenarbeit immer “frei von unterschiedlichen Auffassungen über Männer- und Frauenbilder” gewesen. “Übergriffe jedweder Art und Schwere” seien aber nie vorgekommen. Der Brief wurde unter anderem von den Schauspielerinnen Caroline Peters und Iris Berben sowie den Regisseurinnen Feo Aladag und Isabel Kleefeld unterzeichnet.