Charlie Sheen hat einen Ring für 2,1 Millionen verkauft – warum es sich lohnt, seine Investment-Strategie zu verstehen

Charlie Sheen freut sich: So viel Geld auf einmal hat er selbst bei „Two and a Half Men“ nicht verdient. (Bild: AP Photo)

Hollywoods Enfant terrible hat sein Konto gefüllt. Er hat für ein Baseball-Erinnerungsstück fast zehn Mal so viel bekommen, wir er selbst dafür gezahlt hatte. Eine Investitionsstrategie, von der man lernen kann.

Die Boulevard-Presse behauptet zwar anderes, doch Charlie Sheen lässt wissen, dass er die Entscheidung nicht aus Geldnot getroffen hat. Das zumindest sagte er dem Sender „ESPN“. Der World Series Ring von Babe Ruth aus dem Jahr 1927 sowie dessen Transfervertrag von 1919 waren einst Sheens ganzer Stolz. Aber jetzt „zieht er einen Schlussstrich“, wie der Eigentümer des Auktionshauses Leland „Forbes“ sagte. Dort wurden die beiden Memorabilien versteigert. Für zusammen mehr als vier Millionen Dollar.

Der World Series Ring der Baseball Legende Babe Ruth ist über zwei Millionen Dollar wert. (Bild: AP Photo)

Sheen hatte beide Gegenstände 1990 erstanden, den Ring für damals 225.000 Dollar. Das ist etwas mehr als ein Zehntel des Ertrags, der heute neu auf seinem Konto liegt. Ein meisterhafter Schachzug, aus finanzieller Perspektive. Welche Gedanken könnten diesem zugrunde liegen? Hier sind sechs davon.

1. Babe Ruth wird immer der wichtigste Baseballspieler bleiben. Noch heute werden alle erfolgreichen Spieler mit der Legende verglichen. Seine Memorabilien erzielen deswegen regelmäßig die höchsten Preise. Bis heute hält sein „New York Yankees“-Trikot aus dem Jahr 1920 den Rekord für den höchsten Verkaufserlös eines Sportandenkens: 4,5 Millionen Dollar.

2. Die New York Yankees des Jahres 1927 sind das edelste aller Teams der Baseballgeschichte. Ihre Hitter nannte man die „Murders’ Row“, sechs Spieler der Mannschaft wurden in die Hall of Fame aufgenommen.

3. Man sollte bei alten Sportkarten und Andenken bleiben. Auf Dinge, die nach der Karriere großer Sportler hergestellt wurden, kann man verzichten, auch auf „Limited Edition“-Produkte. Sie werden im Wert fallen.

4. Charlie Sheen hat 1990 ein Schnäppchen gemacht, weil die Zeit dafür reif war. Es ist schwierig, ihm das einfach nachzumachen. Wir befinden uns schlicht in anderen Zeiten, was Sportandenken betrifft. Aber es gibt trotzdem ein paar Gegenstände, die bald auf dem Markt landen und die eine Wertsteigerung erfahren dürften. Zum Beispiel Lou Gehrigs Baseballkarte aus dem Jahr 1925. Ein Exemplar davon hat in fünf Jahren ihren Wert verzehnfacht.

5. Die Andenken erzählen mehr als nur eine Geschichte. Der Ring von Babe Ruth wird nun zum Beispiel auch mit dem Namen Charlie Sheens verbunden sein – ein Verkaufsargument und Grund für die Wertsteigerung. Beim Kauf eines Sportandenkens sollte man sich also auch informieren, wer die Vorbesitzer waren, aus welchem Schiffswrack es geborgen oder aus welchen Naziklauen es befreit wurde.

6. Es bringt nichts, ewig an den Dingen festzuhalten. Wenn ein Gegenstand im Wert gestiegen ist, heißt es: verkaufen. So bleibt man liquide und kann in neue Dinge investieren. Wer nur sammelt, macht keinen Gewinn.