Union-Chaos: Trainer wackelt - kommt Lieberknecht?

Reinhard Franke
Andre Hofschneider folgte bei Union Berlin auf den entlöassenen Jens Keller

Union Berlin wollte vor der Saison eigentlich aufsteigen. Doch dieses Ziel haben die Verantwortlichen seit der 3:4-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern endgültig abgehakt.

Der Klub rangiert nach dem 25. Spieltag auf Platz acht. Unter Trainer Andre Hofschneider gab es in den vergangenen acht Partien nur zwei Siege.

Und jetzt laufen auch noch die Stars weg.

Nach SPORT1-Informationen wollen Felix Kroos, Steven Skrzybski, Simon Hedlung, Kristian Pedersen und Marcel Hartel im Sommer den Verein verlassen. Die fünf Spieler werden von ihren Beratern schon am Markt angeboten.

In Köpenick herrscht Chaos.

Hofschneider vor dem Aus

Wie SPORT1 erfuhr, steht Hofschneider bei einer weiteren Niederlage am Sonntag zu Hause gegen Erzgebirge Aue (ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) vor dem Aus. Der 47-Jährige übernahm das Team nach dem 16. Spieltag für den überraschend beurlaubten Jens Keller, damals stand der Verein auf Platz vier.

Den Abwärtstrend von Union machen die Kritiker am Trainer fest. Unter Hofschneider ging es Stück für Stück abwärts. Und das mit dem teuersten Kader der Liga und einem Lizenzspieler-Etat von 18 Millionen Euro.

Im Sommer soll ein neuer Trainer kommen. Nach SPORT1-Informationen ist Braunschweigs Chefcoach Torsten Lieberknecht der Wunschkandidat der Verantwortlichen. Es soll auch schon ein Treffen gegeben haben. Doch Lieberknecht hat bei der Eintracht noch einen Vertrag bis 2020.

Hofschneider ist angezählt. Ein Insider berichtet, dass der Coach überfordert und im Team die Stimmung schlecht sei. Die Mannschaft würde in der Kabine sogar über Hofschneider lachen, von einer stillen Revolte ist die Rede.

Leistner wird Verein verlassen

Das Trainer-Thema ist nicht die einzige Baustelle bei den Berlinern.

Am Samstag verkündete der Klub überraschend offensiv auf seiner Homepage: "Der 1. FC Union Berlin und Toni Leistner konnten sich nicht auf eine Vertragsverlängerung für die Bundesliga und die 2. Bundesliga einigen." Der Abwehrspieler habe "das finale Angebot des Vereins abgelehnt."

2014 wechselte Leistner von Dynamo Dresden zu Union Berlin. In der vergangenen Saison war der 27-Jährige mit 68 Prozent gewonnener Duelle der stärkste Zweikämpfer der Zweiten Liga. 

Wie zum Zerwürfnis kam? Leistner habe die Frist für seine Unterschrift verstreichen lassen, heißt es.

Wechsel nach Köln?

SPORT1 erfuhr jedoch, dass sich der Spieler noch gar nicht endgültig gegen Union entschieden hat. Er wollte sich einfach nicht zu einer Vertragsverlängerung drängen lassen.

Sorgen um seine Zukunft muss sich Leistner nicht machen. Es gibt bereits Anfragen für ihn aus der Bundesliga und aus England.

So hat beispielsweise der 1. FC Köln konkret Interesse.