Chaos bei Tischtennis-WM: „Vieles nur schöne Fassade“

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Chaos bei Tischtennis-WM: „Vieles nur schöne Fassade“
Chaos bei Tischtennis-WM: „Vieles nur schöne Fassade“

Die zahlreichen Organisationsmängel bei der Tischtennis-WM in Houston haben in der Führung des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) Kritik hervorgerufen.

„Es ist toll, wenn man neue Standards setzen möchte, aber man darf dabei nicht die Basics vergessen“, sagte DTTB-Präsident Michael Geiger dem SID einen Tag nach den Auftaktproblemen in Texas: „Vieles scheint nur schöne Fassade zu sein.“

Zu Beginn der ersten Titelkämpfe in der 95-jährigen WM-Historie auf dem amerikanischen Kontinent waren am vergangenen Dienstag mehrere Probleme aufgetreten.

Wegen des mit lediglich 40 Minuten pro Match zu eng getakteten Spielplans mussten Aktive wie auch der deutsche Mixed-Europameister Dang Qiu (Düsseldorf) an vielen Tischen übermäßig lange auf ihre Einsätze warten. Elektronische Zählgeräte fielen aus oder konnten von den Schiedsrichtern nicht fachgerecht bedient werden.

Chaos bei Tischtennis-WM

Auch Zuschauer waren von Organisationsfehlern betroffen. Ergebnisbildschirme in den Boxen waren für Zuschauer nicht einsehbar und an anderen Stellen schon aus der zweiten Reihe nicht mehr oder nur mit Ferngläsern zu erkennen.

Zudem versperrten überdimensionale Resultatstafeln Besuchern mitunter die Sicht auf das Spielgeschehen. Darüber hinaus sorgten Blockaden der Streaming-Übertragungen und des Livetickers in mehreren Ländern massenhaft für Beschwerden bei den nationalen Verbänden.

"Manches ist exzellent aufbereitet, aber vieles ist nicht WM-reif", teilte DTTB-Vizepräsidentin Heike Ahlert (Schleswig) dem SID am Mittwoch auf dem Weg zum Kongress des Weltverbandes ITTF mit.

DTTB-Direktor: „Kinderkrankheiten zu WM-Beginn“

Geiger lobte zwar auch die gelungene Umsetzung von Innovationen durch die ITTF und ihren neuen Turnier-Betreiber WTT wie eine optisch spektakuläre Ausstattung des Centre Courts, machte aus seiner Unzufriedenheit mit den mangelnden Rahmenbedingungen aber kein Hehl:

„Wenn man schon die Zuschauer vor Ort nicht so sehr im Blick hat, ist es natürlich fatal, wenn das, wofür man die schönen Bilder produziert, nicht funktioniert“, sagte der frühere Schiedsrichter zu den Multimedia-Problemen der WM-Macher und bilanzierte: „Die ITTF will durch WTT alles besser machen als nationale Ausrichter in früheren Jahren. Wenn man aber alles in einer Hand halten will, muss es aber auch wirklich klappen.“

Im deutschen Lager registrierte auch die sportliche Leitung die Probleme. „Wir haben sehr spät den Zeitplan mit den Ansetzungen der Spiele unserer Aktiven bekommen“, sagte DTTB-Sportdirektor Richard Prause auf SID-Anfrage: „Es ist ärgerlich, dass diese Kinderkrankheiten zu WM-Beginn aufgetreten sind. Optimal ist das nicht gewesen.“

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