Jetzt ist der Trainer dran: Marin berichtet vom Chaos-Klub

Reinhard Franke
Präsident Evangelos Marinakis (r.) hat die Nase voll von den Piräus-Profis

Nach seinen Ankündigungen macht der Präsident von Olympiakos Piräus, Evangelos Marinakis, offenbar ernst. 

Wie Piräus-Profi Marko Marin bei SPORT1 bestätigte, musste am Dienstagabend auch Coach Oscar Garcia dran glauben: "Der Trainer wurde eben entlassen", so Marin. Nach offizieller Lesart des Klubs hat der Spanier sein Amt zur Verfügung gestellt.

Kristos Kontis soll das Team bis zum Saisonende trainieren.

Zuvor hatte der Vereinsboss die Mannschaft des griechischen Rekordmeisters wegen mangelnden Erfolgs bis zum Ende der Saison beurlaubt und eine Strafe von 400.000 Euro verhängt.

Der frühere deutsche Nationalspieler berichtete außerdem darüber, dass zwei seiner Teamkollegen ebenfalls nicht mehr zur Mannschaft gehören. "Bis jetzt sind zwei Spieler raus. Wir müssen einfach die nächsten Tage abwarten", so Marin.

Der ehemalige Bundesligaprofi stärkt dabei Marinakis den Rücken. "Der Präsident hat absolut recht. Olympiakos muss in Griechenland jedes Jahr Meister werden und was wir in den letzten zwei, drei Monaten gezeigt haben, war viel zu wenig und eines Meisters nicht würdig", sagte Marin.

Marin vermisst Siegermentalität

"Wir haben hier alles, super Bedingungen. Dann darf man so nicht auftreten. Ich vermisse die Siegermentalität und den Willen von allen, alles zu geben. Und das darf nicht sein."

Klub-Boss Marinakis hat unterdessen Großes vor: "Ich werde Olympiakos neu aufbauen, und es wird das Team werden, von dem wir alle träumen. Ich und der Rest der Fans haben euch lange genug toleriert", soll der 50-Jährige den Profis am Montag gesagt haben.

"Wegen eurer Leistungen habe ich drei Trainer gefeuert. Aber am Ende sieht es so aus, als seid ihr schuld", zitierten griechische Medien Marinakis.

Für die letzten vier Spiele der Super League will der Klub-Boss, auch Besitzer des englischen Zweitligisten Nottingham Forest, hauptsächlich Jugendspieler einsetzen. Nur wenige ausgewählte Spieler des aktuellen Kaders sollen für diese Partien rehabilitiert werden.

"Wir müssen jetzt abwarten, was genau passiert und wie es weitergeht", meinte Marin und ergänzte: "Ich mag diesen Verein und habe letztes Jahr mit den Fans zusammen den Meistertitel gefeiert." Olympiakos gehöre "an die Spitze und auch, wenn wir im Moment eine Krise haben, wird sich der Verein ob mit mir oder ohne mich wieder schnell da oben wiederfinden".

Unentschieden als Auslöser

Auslöser für den Ausbruch des Vereinschefs war das 1:1 gegen den Tabellenzehnten APO Levadiakos. Dafür belegte Marinakis das Team mit 200.000 Euro Geldstrafe. Die andere Hälfte der Summe sei auf die schlechte Leistung beim Unentschieden gegen den Erzrivalen Panathinaikos Athen Anfang März zurückzuführen.

Das Geld will Marinakis in die Amateurmannschaften investieren. Sie lebten unter normalen Bedingungen und liebten Olympiakos und seine Anhänger mehr als die Profis, sagte er.

Titelverteidiger Olympiakos belegt in der aktuellen Meisterschaft nur den dritten Platz, neun Punkte hinter Spitzenreiter AEK Athen.

Wie es mit Marin weitergeht? "Ich trainiere ganz normal, werde den Verein nicht verlassen", sagte der 29-Jährige SPORT1 zu seinen aktuellen Plänen.