Chaos beim HSV: Spieler bedroht, Polizei muss einschreiten

Der Hamburger SV steckt tief im Abstiegskampf. Gegen Bayer Leverkusen setzte es die nächste Niederlage. Nicht nur im Anschluss eskalierte die Situation.

Im Stadion des Hamburger SV lagen die Nerven blank. (Bild: Getty Images)

Die Stimmung beim Hamburger SV ist nicht erst seit der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen auf einem Tiefpunkt angekommen. Gegen die Werkself entlud sich die Wut der Fans aber in Richtung der Spieler.

“Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt”, stand auf einem Banner, das auf der Tribüne vor dem Spiel gegen Leverkusen ausgehängt wurde. Die Polizei ging nicht in den Block, um eine Eskalation der angespannten Lage zu verhindern.


Platzsturm von Polizei verhindert

Das versuchten auch die Spieler auf dem Platz. Letztlich entführte Leverkusen aber die drei Punkte und ließ den HSV mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsrang zurück auf Platz 17.

Als die Kicker aus Hamburg nach Abpfiff Kontakt zu den Fans aufnehmen wollten, musste die Polizei einschreiten. In schwerer Montur und mit Hunden an ihrer Seite verhinderten die Beamten einen Platzsturm.

Geschäftsstelle und Ausgänge abgesperrt

40 Minuten nach Abpfiff wurde der nächsten Anlauf unternommen, in den Innenraum zu gelangen. Wieder war die Polizei zur Stelle und hinderte die wütenden Fans daran, den Block zu verlassen.

Auch an anderer Stelle wurde reagiert. Mit aufgestellten Gittern und teilweise auch  Pferden wurde für Ruhe rund um das Volksparkstadion gesorgt. Die Zugänge zur Geschäftsstelle und den Spielerausgängen wurden bewacht.


“Da wurde eine Grenze überschritten”

“Wir haben jedes Verständnis für die Enttäuschung der Fans, aber uns fehlt jedes Verständnis, wenn auf Spruchbändern Gewalt angedroht wird. Da wurde eine Grenze überschritten”, stellte HSV-Sportchef Jens Todt im Anschluss klar.

Trainer Bernd Hollerbach befürchtet derweil, dass manche Spieler mit dem Druck im Abstiegskampf nicht klarkommen. Er kündigte Gespräche mit dem Team an und machte deutlich: “Es bringt jetzt nichts, sich zu zerfleischen.”