Champions Serie: Julia Braun ist hart im Nehmen

Rugby-Nationalspielerin startet für RK 03 in der Bundesliga

Berlin.  Julia Brauns erster Kontakt mit Rugby war schmerzhaft. Es war erst die zweite Einheit für die damals Siebenjährige, als sie sich beim Training das Schlüsselbein brach. Die meisten hätten danach vermutlich die Sportart gewechselt, doch Braun blieb dem Rugby trotzdem treu. Beim RK 03 Berlin spielte sie in Ermangelung eines Mädchenteams zunächst in einer Jungenmannschaft; Tempo und Härte waren von Anfang an höher, die Gegenspieler größer. "Die haben nicht zurückgeschreckt, bloß weil ich ein Mädchen war", sagt Braun. "Das hat mich zu der Spielerin gemacht, die ich heute bin."

Sie gehört zu den besten Spielerinnen Deutschlands

Mittlerweile gehört die 20-Jährige aus Hohenschönhausen hierzulande zu den Besten. Als den deutschen Frauen kürzlich die Rückkehr in die Grand Prix Series gelang, die höchste Spielklasse für Nationalmannschaften in Europa, war das zum großen Teil auch ihr Verdienst. Im entscheidenden Halbfinalspiel gegen die Ukraine gelangen Braun gleich drei Versuche, sie führte ihr Team damit fast im Alleingang zum Sieg. Es war auch eine Art Wiedergutmachung: 2015, bei Brauns erstem großen Turnier mit der DRV-Auswahl, war Deutschland in die zweitklassige Sevens Trophy abgestiegen – kein guter Einstand auf der großen Bühne für sie. Im selben Jahr holte sie allerdings auch noch EM-Bronze mit den U18-Mädchen. Bis heute ist das der größte internationale Erfolg einer deutschen Rugby-Nationalmannschaft.

Als Rugby spielende Frau sieht sich Julia Braun immer wieder Vorurteilen ausges...

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