Champions League: RB Leipzig will beim FC Porto zweiten Champions-League-Sieg

RB Leipzig kann in Porto einen großen Schritt Richtung Champions-League-Achtelfinale machen. Dafür setzt Trainer Ralph Hasenhüttl auf eine unorthodoxe Trainingsplanung.

RB Leipzig kann in Porto einen großen Schritt Richtung Champions-League-Achtelfinale machen. Dafür setzt Trainer Ralph Hasenhüttl auf eine unorthodoxe Trainingsplanung.

Auf der Jagd nach dem ersten Champions-League-Auswärtssieg ließ sich Ralph Hasenhüttl nicht in die Karten schauen. Früh am Dienstag scheuchte der Trainer von RB Leipzig seine Profis aus dem Bett - Abschlusstraining am heimischen Cottaweg vor der Europapokalreise in den Norden Portugals.

Der Österreicher wollte vor dem Duell am Mittwoch (20.45 Uhr im LIVETICKER) beim FC Porto wohl sichergehen, dass ihm niemand zu früh seine taktischen Findigkeiten aufdeckt. Aus gutem Grund: Ein Sieg in Porto, und das Tor zum Achtelfinale steht sperrangelweit offen.

Abschlusstraining in Leipzig statt Porto

"Wenn wir in der Champions League überwintern wollen, wäre ein Sieg ein Riesenschritt. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns", sagte Hasenhüttl bei der Pressekonferenz am Dienstagabend in Porto. Langes Hadern nach den beiden Niederlagen gegen Bayern München war nicht drin.

Hasenhüttl interessiert nur der nächste Sieg - und für diesen rief er am Dienstag seine Spieler um 9.30 Uhr zur letzten, nicht öffentlichen Einheit zusammen. Das Risiko, beim Training im Estadio do Dragao vom Gegner unter die Lupe genommen zu werden, war dem Coach wohl zu groß.

Achtelfinale bei Auswärtssieg in Sicht

Feiert RasenBallsport in Porto tatsächlich den ersten Auswärtsdreier, steht der Vize-Meister in der Gruppe G bei sieben Punkten, das wären vier mehr als die Portugiesen. Vorjahres-Halbfinalist AS Monaco ist derzeit mit einem Punkt Letzter, Besiktas Istanbul führt die Staffel mit neun Zählern an.

Bei zwei aussstehenden Spielen in Monaco und zu Hause gegen die Türken wäre das Achtelfinale in Sichtweite. Das hatte Leipzig jüngst sowieso zum nächsten Etappenziel erklärt. "Die nächste Stufe wäre, dass wir international überwintern", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Sport1-Doppelpass.

Hasenhüttl hofft auf Keita-Einsatz

Dass den Leipzigern bei all den Endspielen im Dreitagesrhythmus die Luft ausgeht, muss nicht befürchtet werden. In der zweiten Halbzeit des Ligaspiels am Samstag in München (0:2) schonte sich das ohnehin unterzählige RB-Team für alle sichtbar für die kommende Aufgabe in Porto. "Ich war da sehr gechillt", sagte Hasenhüttl.

Am Mittwoch dürfte Mittelfeldregisseur Kevin Kampl, in München 90 Minuten auf der Bank, wieder in die Mannschaft rotieren. Zuden hofft Hasenhüttl auf den Einsatz des zuletzt angeschlagenen Naby Keita (Schienbein-Prellung): "Wir wissen noch nicht ganz genau, ob es reicht. Er hat noch immer Schmerzen im Bein. Ich gehe trotzdem davon aus, dass er, wenn er morgen aufwacht, sagt: ´Okay, das ist Champions League. Da beiße ich auf die Zähne.' Naby hat das Training nicht voll durchgezogen."

Damit es in Porto mit dem ersehnten Sieg klappt, braucht es auch die nötige Disziplin. Platzverweise wie im Pokal (Keita) und in der Liga (Willi Orban) sind verboten. Am Samstag war nach der Roten Karte gegen Kapitän Orban Star-Stürmer Timo Werner nach 22 Minuten aus taktischen Gründen ausgewechselt worden, seine Offensivstärke fehlte an allen Enden.

"Timo machte im Training wieder einen sehr guten Eindruck und kann am Mittwoch zeigen, was er drauf hat", sagte Hasenhüttl. Porto wird gewarnt sein.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Porto: Jose Sa - Ricardo Pereira, Felipe, Marcano, Alex Telles - Danilo Pereira - Herrera, Andre Andre - Marega, Aboubakar, Brahimi. - Trainer: Sergio Conceicao

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg - Kampl, Keita - Sabitzer, Forsberg - Augustin, Werner. - Trainer: Ralph Hasenhüttl

Schiedsrichter: Ovidiu Hategan (Rumänien)

Mehr bei SPOX: Rangnick: Talente in England "wie Briefmarken" behandelt | Vor Porto: Leipzig im Abschlusstraining mit Keita | Orban: "Schiri wollte nur Gelb geben"