Was die CEOs von JPMorgan Chase & Wells Fargo über Bitcoin sagen

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Kryptowährungen sind gerade dabei, um es milde auszudrücken, den Begriff “Rendite” im Jahr 2017 im neu zu definieren. Während die Börse traditionell 7 % pro Jahr geschafft hat, inklusive wieder angelegte Dividenden, konnte der Gesamtwert der den mehr als 1100 digitalen Währungen von 17,65 Milliarden US-Dollar zu Beginn des Jahres auf 167 Milliarden US-Dollar zum 18. Oktober steigen. Das ist ein Zuwachs von 846 % in nur neuneinhalb Monaten.

Ganz vorne dabei sind Bitcoin und Ethereum, die beiden größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Der Wert von Bitcoin hat sich im bisherigen Jahresverlauf mehr als verfünffacht, die Marktkapitalisierung näherte sich zuletzt 100 Milliarden US-Dollar an. Bitcoin wurde vor zwei Jahren noch auf 3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Seit Jahresbeginn konnte Ethereum um mehr als 3800 % steigen. Zusammengenommen machen Ethereum und Bitcoin 123 Milliarden US-Dollar der zuvor genannten 167 Milliarden aus.

Die wichtigsten Wachstumstreiber

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die Investoren von Bitcoin und Kryptowährungen als Ganzes begeistert sind. Zuerst einmal wäre da die Blockchain-Technologie zu erwähnen, die den meisten virtuellen Währungen zugrunde liegt. Blockchain ist das digitale und dezentrale Speichermedium, bei dem Transaktionen ohne Zwischenmann wie z. B. einer Bank erfasst werden. Da es sich in der Regel um offene Netzwerke handelt, wäre eine Änderung der Daten in der Blockchain kaum möglich. Damit könnte Blockchain die nächste Generation von Plattformen für sichere Zahlungen werden. Ein fallender Dollar und auch die bullischen Bewegungen der digitalen Währungen haben dazu geführt, dass sich viele Investoren auf der Suche nach sicheren Anlagemöglichkeiten den Kryptowährungen zugewandt haben. Historisch gesehen bewegen sich Gold und der Dollar in entgegengesetzte Richtungen. Genau wie Gold ist auch Bitcoin eine endliche Ressource, was es zu einem Wertspeicher macht. Mit anderen Worten, wenn erst einmal alles Gold auf diesem Planeten geschürft ist, dann gibt es keines mehr – es sei denn wir finden einen Weg, um Gold von Asteroiden oder auf fremden Planeten abzubauen. Bei Bitcoin haben wir dieselbe wahrgenommene Knappheit, da die Zahl der Bitcoins auf 21 Millionen Stück begrenzt ist.

Wir sollten nicht übersehen, dass die Dynamik des Anstieges für Bitcoin und andere digitale Währungen eine Sache sein könnte, die man einmal im Leben sieht. Daher haben viele Investoren das Gefühl etwas zu verpassen, wenn sie jetzt nicht auf den Zug aufspringen.

Der Chefs der Großbanken bewerten Bitcoins

Aber nicht jeder ist ein Fan von Bitcoin und digitalen Währungen. In den vergangenen Wochen haben die CEO der größten und drittgrößten Bank in den USA ihre Meinung zu Bitcoin geäußert.

Der letzte Kommentar kam von Tim Sloan, CEO von Wells Fargo (WKN:857949), der in einem Interview mit NBC sagte, dass er lieber einen Dollar als einen Bitcoin besitzen würde.

Der CEO von JPMorgan Chase (WKN:850628), Jamie Dimon, nannte Bitcoin im September schon “Betrug” und meinte, er würde jeden seiner Mitarbeiter, der mit Bitcoin handelt, feuern.

Letzte Woche beantwortete Dimon auf der Konferenz des Institute of International Finance wieder einige Fragen. Er sagte:

Wenn Sie dumm genug sind, Bitcoins zu kaufen, werden Sie dafür eines Tages den Preis bezahlen müssen. Der einzige Wert von Bitcoin ist das, was jemand anders dafür bezahlt. Ehrlich gesagt denke ich, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, und dass die Pferde mit den Käufern einfach durchgegangen sind.

An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass virtuelle Währungen für die beiden nicht besonders wichtig sind. Sie wissen aber die Blockchain-Technologie zu schätzen, die diesen Währungen zugrunde liegt. “Ich finde die zugrundeliegende Technologie sehr interessant. Diese dezentralisierte Technologie ist sehr interessant, da auch viele Arten von Produkten und Dienstleistungen innerhalb des Finanzbereiches anwendbar sind”, sagte Sloan. Dimon sagte, er glaube, dass die zugrundeliegende Blockchain-Technologie ihren Wert habe, er habe nur kein Interesse an digitalem Geld.

Eine weitaus größere Sorge

Die Kommentare der CEOs sind vielleicht etwas unverblümt und eigenwillig. Es gibt aber einen Faktor, den wir nicht ignorieren können, nämlich welchen Wettbewerb es unter digitalen Währungen gibt. Bitcoin und Ethereum sind im Moment die beliebtesten. Die Anleger haben sich für Bitcoin als Zahlungsplattform entschieden, obwohl die jüngsten Software-Updates der Blockchain die Sache inzwischen auch für große Unternehmen attraktiv macht. Gleichzeitig wird Ethereum aufgrund des Potenzials seiner Blockchain sehr geschätzt. Mehr als 150 Organisationen, darunter neun große Marken, testen in Pilotprojekten eine Version der Blockchain von Ethereum. Doch keine dieser Technologien ist geschützt oder garantiert, dass sie sich durchsetzen wird.

Sechs große Banken, darunter die Credit Suisse und Barclays haben sich einem Projekt angeschlossen, das UBS im Jahr 2015 begonnen hat. Diese Banken arbeiten gemeinsam an einer Technologie, die die Sicherheit und Abwicklung von Transaktionen weltweit über Blockchain ermöglichen soll. Diese Partnerschaft kommt mit einer eigenen digitalen Währung, der sogenannten “Utility Settlement Coin”. Alles, was es dafür braucht, ist Zeit und Kapital, und jeder kann seine eigene Blockchain schaffen.

Bitcoin ist also nichts besonderes, abgesehen davon, dass es aktuell so beliebt ist, und kein Unternehmen wird sich einfach davon abhalten lassen, seine eigene Version davon zu schaffen. Das ist eine Sache, wegen der sich die Bitcoin-Investoren ernsthaft Sorgen machen sollten.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 22.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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